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  #1  
Alt 27.04.2007, 20:42
Jonathan
 
Beiträge: n/a
Unsicher

Hallo,

ich bin gerade neu hier und es (mein Stalking-Fall) ging eigentlich in meiner persönlichen Wahrnehmung recht schnell. Ich schildere am Besten einmal ausführlicher.

Ich, "armer" Student, zwangsläufig Berufstätig nebenbei, bin mit einer Kollegin befreundet. Die Kollegin hatte vor Jahren einen tragischen Trauerfall in der Familie und wurde von allen möglichen Kollegen umsorgt. Allerdings wurde sie dadurch bei denen recht anhänglich und reagierte zum Beispiel beim Ausrichten eine Überraschungsgeburtstagsfeier eher aggressiv. Daher wird sie mittlerweile eher gemieden.

Ich dachte mir, da ich mich eigentlich gut mit ihr verstanden habe, dass man ab und an mal zusammen oder in Gruppe ins Kino gehen könnte, einen trinken gehen könnte usw. Gesagt getan. Es entwickelte sich eine recht gute Freundschaft, bei der man auch mal bei gemeinsamen Lieblingsfernsehserien in den Werbepausen kurz miteinander über die aktuellen Geschehnisse plauserte. Klingt jetzt etwas albern, weiß ich.

Als jetzt vor Kurzem im Job eine Beförderung bei mir anstand, die mich räumlich während der Arbeit auf Distanz halten wird, passierte meiner Meinung nach noch nichts. Immerhin hatte ich schon vorher eine höhere Position.

Als ich nun mit dem guten Frühlingswetter meine Allergien extrem stark einsetzten, fing das Problem an deutlich zu werden. Athamtsiche Atembeschwerden hielten mich nächtelang wach und ich war froh ab und an überhaupt Schlaf zu bekommen, wenn es sich mit Medikamenten denn einrichten ließ.

In der Zeit war ich logischerweise weniger kommunikativ.

Mitten in der Nacht fing sie nun anzurufen. Sie rief auch an, wenn ich trotz allem mal eingeschlafen war. Ihr zu sagen, dass ich durchaus mal geschlafen hätte und es gerne auch tun würde, schien angekommen zu sein. Um aber auf Nummer sicher zu gehen, man will ja in so einer Situation jede Chance auf Schlaf wahrnehmen, schaltete ich das Telefon ab.

Die Reaktion war, dass sie leicht hysterisch wurde. Ich wolle nichts mehr mit ihr zu tun haben, wurde mir unterstellt.

Ich sagte, das ich mich mit meiner angeschlagenen Gesundheit ein wenig mehr auf mich konzentrieren müsste, was sie anzunehmen schien, aber sie handelte genau gegenteilig.

Sie fing an mich zu bonbadieren und hatte auch keine Scheu das öffentlich zu betonen: 10 Anrufe pro Stunde, mehrere SMS, mehrere E-Mails, sowohl privat als auch an die Dienstadresse, bezichtigte mich des Mobbings (!). Sie fing an mir aufzulauern. Irgendwie kennt sie meine Dienstzeiten und rief auf die Sekunde zum Dienstende an. Sie befand sich schon an Orten, an denen ich mich aufzuhalten pflege, egal wo, Uni, Stadt, Job.

Der einzige Ort wo sie Gott sei Dank nicht hin kam, war meine Wohnung. Zumindest nicht wenn ich da war.

Als mir das alles innerhalb von nur wenigen Wochen zuviel wurde und schon einige Bekannte und Freunde um Rat gefragt hatte, weil sie auf jede Bitte meinerseits nicht zu reagieren schien, falsch, sie intensivierte ihre Bemühungen.

Jedenfalls beschlossen wir, ihr direkt zu sagen, dass ich mich gestalked fühle.

Mit dieser Aussage wurde sie so richtig hysterisch. Sie verfolgte mich von der Uni bis zum Job, rief im Gebäude unter Tränen, sie würde mich nicht verfolgen und schließlich musste mich ein Kollege in einem Nebenraum verstecken und behaupten, ich sei nicht mehr im Haus.

Als nächstes "müllte" sie im Internet Foren zu, beschimpfte mich, mal aggressiv, mal sehr depressiv.

Sie rief ihre Freunde und Arbeitskollegen (die, die ich eher jobbedingt führ fragwürdig halte und die meiner Meinung nach ebenso wenig zwischen Privat und Job unterscheiden können) an, die zusammen mit ihr alle Orte abklapperten, an denen ich mich normaerweise aufhalte.

Sie gibt zu, Angst zu haben mich als Freund zu verlieren, benutzt aber auch häufig Zitate wie Reims "Verdammt ich lieb dich, ich lieb dich nicht" oder ähnliches. Es dürfte jetzt klar sein, dass sie sich in etwas hineingesteigert hat.

Wir haben uns darauf geeinigt, dass erst einmal Ruhe herrschen muss. Wir würden eine Woche Abstand voneinander halten und dann in Ruhe miteinander reden. Auf der Arbeit hat man sich zwangsläufig gesehen und man musste auch miteinander reden. In der Uni kann es zufall sein, am selben Ort zu sein. Wunderlich ist dann bloß, dass mir dann Briefe zugesteckt werden und sie dann geht.

Die Woche Abstand sollte letztes Wochenende starten und dieses Wochenende enden. Seit Dienstag ruft sie wieder an, schreibt Mails und passt mich ab. Alles in der Zahl weitaus weniger als zuvor, aber sie hält sich nicht an die Absprache.

Jetzt les ich ich im Infoblatt der Polizei, dass man eben nicht ein "abschließendes klärendes Gespräch" in Aussicht stellen soll. Sowas soll zu Hoffnung animieren und noch intensiveres verhalten provozieren. Es wird völliger Kontaktabbruch geraten.

Nun bin ich sehr unsicher und zugegeben etwas verwirrt. Hab ich mir das mit dem Stalking nur eingebildet? Dann hätte das aber auch jeder andere, den ich gefragt hätte. Ist der völlige Kontaktabbruch nicht zu hart? Immerhin sehe ich sie beim Job noch und an der Uni. Sie ist doch eigentlich ein liebes Mädel, das viel mitgemacht hat oder bin ich da zu gutmütig?

Gruß
Jonathan
  #2  
Alt 27.04.2007, 21:25
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Admin Admin ist offline
Administrator
 
Registriert seit: Sep 2002
Beiträge: 1.523
AW: Unsicher

Zitat:
Jetzt les ich ich im Infoblatt der Polizei, dass man eben nicht ein "abschließendes klärendes Gespräch" in Aussicht stellen soll. Sowas soll zu Hoffnung animieren und noch intensiveres verhalten provozieren. Es wird völliger Kontaktabbruch geraten.
Hallo Jonathan,

bei den allermeisten Stalkingfällen ist das schon die richtige Vorgehensweise. Bei dir liegt der Fall aber schon anders. Ich empfehle dir den Weg zum Sotzialpsychiatrischen Dienst (such im Forum mal danach, es gibt ausreichend Beiträge).
  #3  
Alt 28.04.2007, 11:05
Jonathan
 
Beiträge: n/a
AW: Unsicher

Zitat von Admin:
Hallo Jonathan,

bei den allermeisten Stalkingfällen ist das schon die richtige Vorgehensweise. Bei dir liegt der Fall aber schon anders. Ich empfehle dir den Weg zum Sotzialpsychiatrischen Dienst (such im Forum mal danach, es gibt ausreichend Beiträge).

Danke, auch wenn ich Skrupel davor habe werde ich mich vom Sozialpsychiatrischen Dienst unseres Gesundheitsamtes mal beraten lassen.
  #4  
Alt 28.04.2007, 11:32
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Admin Admin ist offline
Administrator
 
Registriert seit: Sep 2002
Beiträge: 1.523
AW: Unsicher

Ich kann deine Skrupel schon verstehen, aber es ist besser, sich von jemandem beraten zu lassen, der sich auskennt.

Die allgemeinen Verhaltensweisen bei Stalking gelten i.d.R. ja für Menschen mit 'gesundem Menschenverstand' und den hat diese Frau nicht. Die Menschen, die sich allein dadurch weitere Hoffnungen machen, dass ihnen überhaupt ein Gespräch angeboten wurde, halten sich dann zumindest an die Abmachungen. Schon allein, um sich dieses Gespräch nicht (auch noch) zu vermiesen.

So oder so: Bei einem 'klärenden Gespräch' solltest du definitiv nicht allein mit ihr sein. Nicht, weil sie dir etwas antun könnte. Sondern damit du hinterher bezeugen kannst, was bei diesem Termin besprochen wurde. Im Idealfall findet dieses Gespräch dann bei einer solchen Beratungsstelle mit einem Psychologen statt. Aber das ist wirklich nur der Idealfall, denn man kann sie ja nicht zwingen, mit dir dorthin zu gehen.
 


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