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  #1  
Alt 01.02.2007, 02:40
Klara
 
Beiträge: n/a
Situation wie angestemmt

Hallo alle miteinander,
ich bin neu hier und möchte mich zuerst beim team für die Registrierung bedanken.Toll, dass es dieses Forum gibt! Bevor ich mich nun entschlossen habe, zu schreiben, habe ich erstmal in Euren Beiträgen und Geschichten gelesen. Zum einen fand ich vieles, was mich in meiner jetzigen Haltung bezüglich meiner Situation bestärkt, zum anderen bin ich auch auf Grund der gelesenen Beiträge ein Stück weit entmutigt, weil ich vermute, dass in meinem "Fall" juristisch nicht viel zu machen ist. Aber deshalb schreibe ich ja, - in der Hoffnung, von Euch einen Rat zu bekommen. Also nun meine Geschichte:
Mein gewesener Freund und ich - wir hatten über sieben Jahre eine Fernbeziehung. Diese Beziehung war von Anfang an schwierig. Es gab viele gegenseitige Verletzungen, Beziehungsabbrüche, selten schöne Zeiten: richtig verstrickt eben. Die Tatsache, dass auf Grund dieser Liebesbeziehung unsere Familie zerbrach und ich nun seit sieben Jahren meine drei Kinder allein großziehe, schwang immer mit. Obgleich diese Beziehung zu meinem Freund sehr kräftezehrend war, wollte ich über all die Jahre die Hoffnung nicht aufgeben, dass wir doch noch die Kurve miteinander kriegen. Ich habe diesen Mann sehr geliebt, ich denke, ich war auch ziemlich abhängig von ihm. (Aber die Liebe ging dann mit der Zeit ziemlich "den Bach runter"). Ich hatte lange nicht begriffen, dass seine wiederholten Beziehungsabbrüche nur Teil eines Spiels ( Machtspiels) waren. Stets, wenn ich versuchte, mich neben ihm zu positionieren, meine Grenzen zu ziehen, drohte er mit Beziehungsabbruch oder er tat es abbrupt, um mich kurze Zeit darauf dann doch wieder am "letzten Rockzipfel" zu erwischen.
Mit meinem nicht tot zu kriegenden Glauben an "das Gute" in ihm, man nenne es auch Harmoniesucht, ließ ich mich immer wieder auf ihn ein, egal, wie tief ich durch sein "fremd - gehen", körperliche Gewalt, Beleidigungen oder Wortbruch verletzt war. Soweit.
Die letzte "Runde" fuhr er Ende August letzten Jahres. Ich legte bei einer Entscheidung, die auch mich betraf, mein Veto ein (eigentlich immer Bagatellen) -daraufhin trennte er sich mal wieder in gewohnter Weise: ohne Kommentar, Erklärung. Bislang hatte ich bei diesen Aktionen immer scheußlich gelitten, sodass ich jedesmal froh war, wenn er dann wieder da war. Diesesmal war`s anders. Ich hatte die Schnauze voll ! Ich stieg nicht mehr auf sein Spiel ein.Ich wollte aus dieser Endlosschleife raus! Ich sagte einfach nur noch: O.k., dann ist es jetzt so. Aus die Maus. Innerlich hatte ich daran schwer zu knacken (und habe es bis heute), aber das ging ihn nichts mehr an. Ich wollte einfach nur noch ABSTAND, damit es heilen kann. Damit hatte er nicht gerechnet.Die Reaktion auf mein verändertes Verhalten kam drei Wochen später: Er suchte sich einfach eine Arbeitstelle DIREKT VOR MEINER NASE! Ich muss dazu sagen, er wohnt in einer anderen Stadt.Er hat täglich einen weiten Fahrtweg. Ich studiere hier an der Hochschule im Zentrum. Direkt davor ist für die kommenden 2 Jahre eine Baustelle. In 2 Jahren bin ich mit dem Studium auch erst fertig. Zwischen Hochschule und Bauzaun sind es nur(!) 10 Meter. Ja, auf dieser Baustelle hat er also angeheuert. Als er mir das mitteilte, dachte ich, mich trifft der Schlag. Aber damit nicht genug, er lauert mir auch IN (!) der Hochschule zu seinen Pausenzeiten auf. Das ging mir dann entschieden zu weit. Seine Absicht war eindeutig.Diese Grenzverletzung war für mich wie eine Kriegserklärung. Mein Argument, dass die Hochschule MEIN Lebens-und Schutzraum sei, in dem er NICHTS zu suchen hat, ignoriert er völlig. Ich treffe ihn in der Mensa, auf dem Flur... Sein Argument: Das sei ja nun nicht meine private Hochschule.Ich wusste sofort, dass ich das nicht aushalte. Getreu meinem Muster versuchte ich über die vergangenen Monate wiederholt, vernünftig mit ihm zu reden, appellierte an seine Fairness und bat ihn, zu verschwinden. Ich sagte ihm, ich brauche RÄUMLICHEN Abstand, damit die Wunden sich schließen können. Jedesmal versprach er es, aber nur, um mich wieder neu zu enttäuschen, indem er blieb. So kriegte er mich halt auch immer wieder "ran". In diesen Gesprächen sagte er wiederholt (ohne für mich nachvollziehbaren Zusammnehang), ich solle ihn doch umbringen, wenn ich meine Ruhe haben will. Oder: Dann könne er ja gleich aus dem Fenster springen, wenn er hier weggeht. Solche Selbstmord -und auch Morddrohungen machte er auch schon früher.Dann wieder bot er mir Geld an, da er um meine chronische Geldnot als Studentin mit drei Kindern weiß und er ja jetzt gut verdient. Aber ich nehme es nicht. Seit September habe ich einiges unternommen, um diese Situation zu verändern. Mein Vater und meine Freundin schrieben ihm mit der Bitte, er möge mich in Ruhe lassen. Ich bat seine Mutter und eine Freundin von ihm um Unterstützung, indem sie ihn zur Vernunft bringen. Zuletzt bin ich sogar zu seinem Bauleiter gegangen mit der Bitte, ihn zu versetzten. Alles ohne Erfolg. Über die folgenden Monate ging es mir immer schlechter.Ende Dezember war ich dann mit meinen Nerven am Ende. Ich hatte Panikattacken, schlief sehr schlecht, heulte ständig. Ich suchte mir eine psychiatrische Ärztin, die mir Antidepressiva und ein Neuroleptikum gegen die Panikattacken verschrieb. Das sehe ich wohl als Auffangnetz, um Schlimmeres zu verhüten, eine Lösung ist´s aber nicht.Die Panikschübe habe ich nun nicht mehr so stark, aber es geht mir immer noch sehr schlecht. Ich werde meinen Kindern und meinen Verpflichtungen nicht mehr gerecht, von Lebensfreude ganz zu schweigen. Die Ärztin sagte, dass es Stalking sei, aber da er sich im öffentlichen Raum bewege, könne man da juristisch nichts machen. Ich solle mich innerlich abschotten.Das sagen auch meine Freunde. Aber eigentlich sind alle hilflos.Ich habe lange gebraucht, um wirklich zu realisieren, dass er mein Feind ist, dass er mich mürbe kriegen will. Ich denke, diese Aktion ist seine Rache an mir, weil ich sein bzw. unser Spiel nicht mehr mitgemacht habe.Er weiß genau, dass mein Studium ein zentraler Punkt in meinem Leben ist. Und genau da will er mich treffen. Mit Erfolg. Mein Studium leidet seitdem enorm. Den Vorlesungen kann ich nicht mehr richtig folgen, für die anstehenden Prüfungen sehe ich schwarz. Ich gehe nicht mehr in die Mensa, aus Angst, ihn zu treffen. Vor die Tür, mit den anderen rauchen, gehe ich auch nicht mehr, da stünde ich ihm sozusagen genau gegenüber. Vor vier Wochen habe ich nun endlich begriffen, dass ich ihn komplett ignorieren muss, nicht zuletzt durch Eure Beiträge. Jedesmal, wenn ich an ihm vorbei muss, stelle ich mir vor, ich hätte ein Brett im Rücken und schaue weg. Dennoch ist die Vorstellung, dass das jetzt noch zwei Jahre so geht, für mich der reinste Horror! Es höhlt mich aus, zehrt an der Substanz. Eben auch, weil ich ja innerlich noch nicht von ihm gelöst bin. Immer wieder in mir der Wunsch, mit ihm im FRIEDEN auseinander zu kommen und nicht im Krieg. Und das weiß er: Situationen, die wie angestemmt sind, halte ich schlecht aus. Ich muss mir immer wieder vor Augen führen, dass dieser Frieden NICHT SEINE Absicht ist und, dass er nur abfeiert, wenn ich einen neuen Klärungsversuch starte. Hauptsächlich befüchte ich aber, dass er bald eine Kohle drauf legen wird, wenn er merkt, dass ich vor ihm nicht in die Knie gehe.Inzwischen habe ich (neben meinem chronischen Friedenswunsch) eine Wahnsinnswut auf diesen Menschen, weil er so sehr mein Leben und somit auch das meiner Kinder beeinträchtigt. Rachephantasien sind manchmal entlastend. Ich hoffe, dass ich die Nerven behalte und sie nicht umsetze.
Seit Wochen kreisen nun meine Gedanken darum, ob überhaupt eine Chance besteht, dass er ENDLICH AUS MEINEM LEBEN VERSCHWINDET. Juristisch liegt kein Straftatbestand vor: Kein Telefonterror, keine Post, keine e - mails. Er ist klever, er weiß genau, wie weit er gehen darf und wie er mir dennoch schaden kann. Zur Polizei traute ich mich bisher nicht, weil ich befürchte, dass die mir genau das sagen werden: Da kann man nichts machen.
Ich wende mich nun an Euch mit der Frage: Wie schätzt Ihr die Lage ein? Juristisch und überhaupt. Könnt ihr mir einen Rat geben?
Der Text ist nun leider ziemlich lang geworden, sorry. Krieg`s leider grad nicht kürzer.

Herzlicher Gruß,

Klara
  #2  
Alt 01.02.2007, 06:40
Benutzerbild von Admin
Admin Admin ist offline
Administrator
 
Registriert seit: Sep 2002
Beiträge: 1.523
AW: Situation wie angestemmt

Hallo Klara,

7 Jahre Hickhack sind eine verdammt lange Zeit. Und obwohl du dich nun endlich getrennt hast (oder hast trennen lassen), spielst du seine Spiele immer noch mit. Hör auf damit! Er weiß doch, dass er dich in Ruhe lassen soll. Also nicht nur keine Gespräche mit ihm, auch kein Zirkus drumherum mit mit deinen Eltern, seinem Bauleiter und Pipapo. Der Typ freut sich doch, dass er für dich immer noch Dauerthema ist!
Zitat:
Ärztin sagte, dass es Stalking sei, aber da er sich im öffentlichen Raum bewege, könne man da juristisch nichts machen.
Sie mag eine gute Ärztin sein. Das heißt aber doch nicht, dass sie mit Justitia per Du ist, oder? Ich war auch auf einer Uni, die ganz schön öffentlich ist. Trotzdem durfte da nicht jeder herumlungern.

Ihn bei der Polizei anzeigen geht natürlich nicht, das ist schon richtig. Aber du solltest dich unbedingt bei der nächsten Beratungsstelle melden http://www.polizeiberatung.de/rat_hi...ratungsstellen
  #3  
Alt 01.02.2007, 08:10
Kundry
 
Beiträge: n/a
AW: Situation wie angestemmt

Hallo Klara,

hast Du das Buch "Die Masken der Niedertracht" schon gelesen? Falls nein, würde ich Dir das sehr ans Herz legen, damit Du die Hintergründe einer solch schwierigen Beziehung besser verstehst. Du bist scheinbar an ein Paradebeispiel eines in diesem Buch so treffend beschriebenen Menschen geraten.

Wichtig für Dich ist jetzt, dass Du nicht dauernd versucht, Dich für Dein Handeln zu rechtfertigen. Du hast ein Recht auf das Leben, das Du für Dich und Deine Kinder willst, Punkt.

Wenn er Dir über den Weg laufen sollte, versuche ihn weiterhin absolut zu ignorieren. Du hast ja selbst schon festgestellt, dass jeder Kontakt nur wieder ein kleiner Sieg für ihn ist und für Dich nur Kummer bedeutet. Lass Dich nicht mehr auf diese Spielchen ein. Kann natürlich schon sein, dass er irgendwann noch nachlegt, einfach um auszutesten wie weit er gehen muss, bis er Dich wieder am Haken hat. Gib ja nicht nach, sonst lernt er daraus nur, dass er nur stark genug und lang genug Psychoterror ausüben muss, damit er bekommt, was er will: nämlich irgendeine Form Deiner Aufmerksamkeit. Da muss Du jetzt durch. Vielleicht wird es ihm dann ja auch irgendwann mal langweilig, in der Uni herumzuhängen, wer weiß.

Keiner Tipp am Rande: längere Texte lassen sich besser lesen und sind überschaubarer, wenn Absätze eingefügt werden. Für's nächste Mal, danke
  #4  
Alt 02.02.2007, 22:52
Towanda
 
Beiträge: n/a
AW: Situation wie angestemmt

Hallo Klara,
Dir steht - wie so vielen hier - wahrscheinlich einer längerer Weg bevor, Deinen Stalker loszuwerden. Aber Du bist nicht machtlos! Gut, dass Du schon mal angefangen hast, ihn zu ignorieren. Als nächstes fang' an, alle Vorfälle zu dokumentieren und suche Dir Zeugen, die bereit sind, ihre Beobachtungen in eidesstattlichen Erklärungen zu dokumentieren. Nimm' eine Kamera mit und fotografiere ihn, wenn er in Deiner Nähe ist. In der Uni kannst Du den Wachdienst ansprechen und ihm sagen, dass Du Dich belästigt fühlst - gegebenfalls können die ihm Hausverbot erteilen. Es gibt sicher auch eine Beratungsstelle und /oder Frauenbeauftragte der Uni, die Dich dabei unterstützen kann, Dein Recht durchzusetzen.
Hast Du genügend Nachweise, solltest Du eine eidesstattliche Verfügung nach dem Gewaltschutzgesetz beantragen. Wende Dich dazu auch an den Weißen Ring und/oder eine Frauenberatungsstelle oder ähnliches.
Klara, ich fühle mich ganz besonders von Deiner Geschichte angesprochen, weil ich mich ebenfalls seit nunmehr einigen Jahren mit einem Stalker herumschlage, der sich immer auf der Grenze zum gerade noch Legalen bewegt. Durch die Maßnahmen, die ich Dir hier beschrieben habe, habe ich das Stalking vermutlich noch nicht beenden können (grad macht er Pause), aber deutlich verringern. Informier Dein Umfeld, hol Dir Unterstützung und lass Dich nicht unterkriegen!!!
Viel Kraft und gute Nerven wünscht Dir
  #5  
Alt 03.02.2007, 23:50
Klara
 
Beiträge: n/a
AW: Situation wie angestemmt

Zitat von Admin:
Hallo Klara,

7 Jahre Hickhack sind eine verdammt lange Zeit. Und obwohl du dich nun endlich getrennt hast (oder hast trennen lassen), spielst du seine Spiele immer noch mit. Hör auf damit! Er weiß doch, dass er dich in Ruhe lassen soll. Also nicht nur keine Gespräche mit ihm, auch kein Zirkus drumherum mit mit deinen Eltern, seinem Bauleiter und Pipapo. Der Typ freut sich doch, dass er für dich immer noch Dauerthema ist!

Sie mag eine gute Ärztin sein. Das heißt aber doch nicht, dass sie mit Justitia per Du ist, oder? Ich war auch auf einer Uni, die ganz schön öffentlich ist. Trotzdem durfte da nicht jeder herumlungern.

Ihn bei der Polizei anzeigen geht natürlich nicht, das ist schon richtig. Aber du solltest dich unbedingt bei der nächsten Beratungsstelle melden http://www.polizeiberatung.de/rat_hi...ratungsstellen
Hallo Admin,
Deine/Eure schnelle/n Antwort/en freuen und verblüffen mich.Ich fühle mich ernst genommen. Und allein das tut schon gut. Danke! Ihr seid echt fit! Ich dagegen bin, seitdem diese Scheiße läuft, mit allem sehr langsam, so auch mit meiner Antwort. Fühle mich seitdem wie gelähmt und will am liebsten nicht hingucken, oder wie die kleinen Kinder:Hände vor die Augen und dann ist s einfach nicht da... Da ist Deine/Eure Klarheit für mich jetzt genau das Richtige. Ich brauch jetzt son`n kleinen "Tritt".
Ja, mit dem "Pipapo" das hab ich ja nun gelassen. Das war bitteres Lehrgeld. Vor allem der Gang zum Bauleiter.Hab ich mich ja völlig zum Obst gemacht!
Ja, Admin - sofort erkannt: ich spiel seine Spielchen immer noch mit, zumindest innerlich. Vier Wochen komplett ignorieren sind für mich eine enorme Leistung, diese Zeitspanne juckt diesen Menschen aber noch nicht im Geringsten. Der ist gut im Aussitzen! Der setzt auf Zeit. Ich kenne das schon, bzw. mich. Er mich leider auch. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich versuche, mich raus zu katapultieren. Nach einigen Wochen bin ich dann immer wieder gekippt, weil ich es nicht ausgehalten hab, diesen Krieg. Das ist dann also mein Anteil an diesem Spiel... Es kreiselt also schon wieder im Hirn: Vielleicht doch ne gemeinsame Trennungsberatung o. ä.? Vorallem such ich immer den Punkt, andem ICH mich hätte anders verhalten müssen, dann wäre er jetzt sicher nicht so schräg drauf. Das ist ein Teil von mir. Zum Glück gibts den anderen Teil, den gesunden, der klar sieht, mich schüttelt und gut für mich sorgt. Manchmal ist der ganz schön mickerig. Aber dem gebt Ihr ja grad gut Futter.
Also: Auf, auf! Am Montag geh ich zur Polizeiberatungsstelle. Werd Euch davon berichten.
Danke, Admin für die Ermutigung und den Tip.

Liebe Grüße,

Klara
  #6  
Alt 04.02.2007, 01:20
Klara
 
Beiträge: n/a
AW: Situation wie angestemmt

Hallo Kundry,

wie ich Admin schon schrieb,Deine direkte schnelle Antwort hat mir sehr gut getan, danke!
Als ich die Inhaltsbeschreibung zu Deiner Buchempfehlung las, klappte mir echt der Unterkiefer. Eine treffendere Umschreibung der Beziehung zu meinem Ex gibts wohl kaum. Genau so war`s! Vorallem, dass er nicht zu greifen war, dieses sich ständig dem Konflikt entziehen, wie ein glitschiges Stück Seife.
Und mir dabei einsuggerieren, dass ich ja das Problem hätte, nicht er. Ich hab´s mir leider auch immer wieder überhelfen lassen: ICH hab mich falsch gefühlt.
Gerade die Kränkungen durch Nicht- Kommunikation waren das Schlimme und die Verweigerung von Anerkennung, Wertschätzung. Um diese hab ich all die Jahre vergeblich gerungen. Und wenn er was gesagt hat, dann war´s herabsetzende Kritik.
Diese Weigerung, für sein Handeln Verantwortung zu übernehmen. Ein Unrechtsbewusstsein ist nicht im Ansatz vorhanden.
Aktuell ganz deutlich: Bevor ich mich entschlossen hab, ihn zu ignorieren, war sein letzter Satz:
Er wird doch wohl in der Uni noch nen heißen Tee trinken dürfen und wenn ich damit ein Problem hätte, wär das nicht sein Problem. Pech, wenn ich so verletzlich bin. Sodass ich echt schon wieder überlegt hab: Vielleicht spinn ICH ja...
Aber selbst, wenn er nicht mehr in der Uni herumschleichen sollte, bzw. ich ein Hausverbot erwirke. Vor der Nase hab ich ihn dennoch täglich auf seiner Baustelle. Und mach was gegen sein Alibi des festen Arbeitsverhältnisses! Der hat mir echt mein Studium und meine Stadt verleidet.
Aber da muss ich jetzt durch, schreibst Du. Und: Gib ja nicht nach. Das ist jetzt das Entscheidenste. Bislang hab ich immer nachgegeben. Er kennt meine Struktur. Alles eine Frage der Zeit... Er ist einfach nur DA und wartet, bis ich einknicke.

Ihn zu ignorieren ist für mich die absolute Herausforderung:
1. Weil ich eine Scheißwut im Bauch hab und ich immer denk: Wir haben noch `ne Rechnung offen. (Aber die ist mit ihm nicht zu begleichen.)

2. Weil ich einfach (und das über all die Jahre!) nicht glauben kann und nicht glauben kann und nicht glauben kann, was meine Verstand lange schon erfasst hat: Dass er SO IST und, dass er sowas OHNE Skrupel macht.

Das tut so Scheiße weh, dass ich sein Verhalten vor mir selbst immer wieder verharmlost hab.
Das Anerkennen dessen, dass hier mit Vernunft, Einsicht und Fairness nichts zu machen ist: An dem Brocken würg ich wohl noch ne Weile.
Ich hab den Eindruck, das "sich - Abkoppeln" im außen, das ist das eine, der Bärenanteil ist hier meine INNERE Abkopplung. Es sollte mich nen Dreck interessieren, WIE er ist. Ich freu mich auf den Tag, an dem sich in mir nichts mehr rührt, wenn er mir über den Weg läuft.
Ich hoffe, Ihr werdet nicht ungeduldig mit mir, weil ich nach einem großen Schritt erstmal wieder nur Schrittchen mache...

Auf das Buch bin ich total gespannt, kauf ich sofort.

Liebe Grüße,

Klara
  #7  
Alt 04.02.2007, 02:49
Klara
 
Beiträge: n/a
AW: Situation wie angestemmt

Hallo Towanda,
Du schlägst Dich seit EINIGEN JAHREN mit einem Stalker herum... na, das lässt ja Fröhlichkeit aufkommen! Brech, würg!
Wie gehst Du innerlich damit um? Gewöhnt man sich mit der Zeit daran? Kriegt man ein dickes Fell?
Aber Du hast mir mit Deinen praktischen Tips Mut gemacht von der Grübel -Ebene weg auf die Tu -Ebene zu gehen. Danke. Die Frage ,die sich Rebecca stellt, kreiselt bei mir nämlich auch ständig: Wie komme ich aus der Opfer - Position heraus? Genau: Erstmal abchecken, wo meine Möglichkeiten wirklich sind.
Das mit dem Hausverbot wird schwierig,weil er mich in der Uni ja nicht direkt anspricht, nur eben DA ist. Und es es fällt mir schwer, mich unserem Dekan so zu offenbaren (der müsste das Hausverbot ja aussprechen) - man gibt sich ja doch ganz schön preis... Und die Erfahrung des Unverständnisses in meinem Umfeld hab ich leider schon machen müssen.("Freu Dich doch, dass Du so verehrt wirst", etc...)
Mit dem Fotographieren find ich auch schwierig, - das kriegt er ja mit und: Schon hat er wieder seine Aufmerksamkeit!
Zeugen durch meine MitstudentInnen hab ich. Und an der Uni haben wir auch ne psychologische Beratungsstelle. Das ist ne gute Idee. Auch das mit dem Weißen Ring. Aber ich ahne schon: Er wird schwer zu fassen sein.
Aber Du hast recht: ich bin nicht machtlos. Und, dieses lähmende Gefühl der Ohnmacht und der Selbstzweifel zu besiegen, dabei helft ihr mit Eurem Zuspruch und Euren guten Tips gerade ganz wesentlich.
Ziehen wir uns also warm an...

Danke Dir sehr für Deine guten Wünsche. Dir auch weiter viel Kraft und gute Nerven. Vielleicht ist´s ja diesmal nicht nur ´ne Pause?

Liebe Grüße,

Klara
  #8  
Alt 04.02.2007, 10:16
joanne
 
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AW: Situation wie angestemmt

Hallo guten Morgen Klara....
habe mir eben in Ruhe Deine Zeilen durch gelesen....erst einmal möchte ich Dir ganz viel Kraft wünschen.
Du bist absolut nicht machtlos, ich habe auch viele Jahre gekämpft, Trennungsversuche und und und.....die ganzen Angriffe seinerseits über Jahre hinweg haben mich mürbe gemacht und ich war voller Angst. Ich weiss nicht ob Du meine Zeilen "die ratlose joanne" gelesen hast. (da hab ich meine Geschichte geschrieben)
Mittlerweile bin ich seit fast 2 Jahren getrennt und es kam trotzdem immer wieder zu Übergriffen......ich bin auch sehr harmoniebedürftig und habe auch immer versucht mich im Guten zu trennen und für alles eine Lösung zu finden mit "ES", aber das hab ich aufgegeben, für mich kommen nur noch neutrale Diskussionen an neutralen Orten in Frage (wir müssen noch einige Eigentumsfragen klären)
Ich habe verstanden dass er so ist wie er ist, ich hab auch diese Wut um Bauch und bin unheimlich enttäuscht was da alles so bei uns abgegengen ist und dass ich nicht früher als vor 2 Jahren die Kurve gekriegt habe mich zu trennen.
Eine Zeitlang war ich auch nicht in der Lage hier im Ort einkaufen zu gehen, aus Angst ihn zu treffen, aber nun.......alles ist anders, ich hab mich mehr und mehr innerlich davon abgekapselt, bin mittlerweile seit einigen Wochen geschieden von ihm und das hat eine grosse Last von meinen Schultern genommen.
Er versucht mich auch nach wie vor noch zu kontaktieren, momentan nur auf eine harmlose Art und Weise, nichts Böses, aber ich weiss dass wenn ich nicht auf seine Forderungen eingehe, bezüglich unseres gemeinsamen Eigentums dass dann die Bombe wieder explodieren kann. "ES" ist eben unberechenbar.

Aber ich habe mein Leben, das möchte ich mir schön gestalten, habe liebe Freunde an meiner Seite und eine wundervolle Familie, also einen Vater und eine Schwester die mich in jeder Hinsicht unterstützen!

Schau DU auch nach vorne Klara! DU bist eine starke Frau, auch wenn Du momentan nur kleine Schrittchen nach vorne machen kannst!

Viel Kraft für Dich und liebe Grüße,
joanne
  #9  
Alt 04.02.2007, 10:58
Kundry
 
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AW: Situation wie angestemmt

Zitat:
Als ich die Inhaltsbeschreibung zu Deiner Buchempfehlung las, klappte mir echt der Unterkiefer. Eine treffendere Umschreibung der Beziehung zu meinem Ex gibts wohl kaum. Genau so war`s! Vorallem, dass er nicht zu greifen war, dieses sich ständig dem Konflikt entziehen, wie ein glitschiges Stück Seife.
Und mir dabei einsuggerieren, dass ich ja das Problem hätte, nicht er. Ich hab´s mir leider auch immer wieder überhelfen lassen: ICH hab mich falsch gefühlt.
Gerade die Kränkungen durch Nicht- Kommunikation waren das Schlimme und die Verweigerung von Anerkennung, Wertschätzung. Um diese hab ich all die Jahre vergeblich gerungen. Und wenn er was gesagt hat, dann war´s herabsetzende Kritik.
Mit genau so einem Exemplar Mensch war ich über 10 Jahre verheiratet.
Er hat mich systematisch demontiert, bis ich nur noch ein Schatten meiner selbst war, kurz vor der Selbstaufgabe und chronisch nierenkrank. Ein Arzt hat mich aufgerüttelt. Als wiederholte Therapien nichts brachten, fragte er mich eines Tages, was denn wirklich los sei. Ich brauchte gar nicht viel erzählen, dann kam von ihm die Aufforderung, sofort etwas zu unternehmen, denn sonst würde ich über kurz oder lang an der Dialyse hängen und was dann wohl aus meinen Kindern werden sollte?

Ich war nun zwar von ihm weg, aber dann begann das Stalking. Ich habe jahrelang gebraucht um zu begreifen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die einem die Luft zum Atmen nicht gönnen. Und dass ich so lange mit so jemandem zusammen war und mich nicht dagegen gewehrt habe, hat mir im Nachhinein sehr zugesetzt.

Gegen das Stalking habe ich mich dann aber gewehrt, ich habe meine Freiheit und meine Kinder verteidigt - mit Erfolg. Einfach war es nicht. Es ist auch heute, 9 Monate nach dem Ende (er hat Suizid begangen) noch immer nicht ganz einfach. Ich habe immer noch mit gemischten Gefühlen zu kämpfen, schwanke zwischen Euphorie und tiefer Niedergeschlagenheit, habe immer wieder Phasen, in denen ich mich in ein Schneckenhaus zurückziehe und kaum unter Menschen gehen kann. All die Erlebnisse in den vergangenen Jahren haben mich für immer geprägt. Nicht alles war von Nachteil, vieles sehe ich heute kritischer, vor allem Kontakte mit anderen Menschen. Und ich traue mich endlich auch, etwas abzulehnen oder jemanden höflich aber bestimmt zurückzuweisen, wenn ich spüre, dass er nicht gut für uns ist.

Es gibt kein Patentrezept, wie man sich gegen so jemanden zur Wehr setzen soll. Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass es möglich ist. Es kostet enorm viel Kraft. Es ist unheimlich schwer, die Energie aufzubringen, gerade wenn man sich zwischen Beruf und Kindererziehung aufreibt und zu allem Überfluß auch noch der Freundeskreis sich erst neu formatieren muss und man gar nicht so recht weiß, wem man noch trauen kann und wem nicht.
Ich kannn dir nur sagen, Klara, dass man den Willen dazu haben muss, der Weg ergibt sich dann von selber. Und nachdem, was du schreibst, habe ich den Eindruck, dass du die Kraft und den Willen aufbringen wirst. Lass dich nicht entmutigen, auch wenn es womöglich lange dauern wird.
Mein Credo ist letztendlich, dass immer wir die Stärkeren sind. Denn unsere Kraft kommt aus uns selbst, während diese Sorte von ES die Kraft nur aus dem Unglück des anderen bezieht.
  #10  
Alt 05.02.2007, 15:08
jule
 
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AW: Situation wie angestemmt

Liebe Clara, liebe Kundry,
hab Eure Berichte mitverfolgt und sie haben mich schwer gerührt. Ich hab mich wiedergefunden. Im ZWEIFEL vor allem, Klara, er ist mein größter Feind. Größer als die Angst. Er nimmt mir alle Kraft, das habe ich schon kapiert. Und es kostet mich sehr viel, ihn klein zu halten. Manchmal denke ich, mein Muster war all die Jahre, Schuld bzw. Verantwortung auf meine Schulter zu nehmen - des lieben Frieden willens. Das war einfacher als hinzustehen und STOP zu sagen. Da hatte ich schneller wieder die oberflächliche Ruhe. Nur hat das immer seltener funktioniert. Ich war der Arsch und hatte trotzdem keine Ruhe. Und wurde immer zaghafter, immer kleiner, aber auch immer unzufriedener. Nachgeben gibt es jetzt nicht mehr, ich bin mitten drin und muß jetzt durch. Wenn ich jetzt nachgebe, ist es wie bei einem Kleinkind: er lernt, dass er nur lange genug fies sein muß, dann gebe ich schon nach. Ein Schuß in den Ofen.
Kundry, Deine Geschichte ist eine ganz heftige. Ich bewundere Dich für Deine Stärke und ich kapiere jetzt auch Deine "radikalen Züge", die ich immer wieder in Deinen Beiträgen bemerkt habe. Ich glaube, wenn man so eine Geschichte durchgemacht und überstanden hat, dann geht man keine Kompromisse mehr ein. Aber was mußt auch Du für Zweifel hinter Dir haben.. Und immer noch, immer wieder verspüren...
Der Freundeskreis, auch ein Thema, das heftigst von dieser Geschichte gestreift wird. Das Asoziale, das man spürt, das einen umgibt, das oftmals von den Freunden nicht verstanden wird. Oder aber, sie stehen dem ganzen wortlos gegenüber. Oder sind besorgt um ihre Kinder, er wird doch ihren Kindern nichts antun. In den Boden versinken könnte ich dann, wenn ich das aus ihren vorsichtig formulierten Sätzen heraus höre. Schnell verteidigen, nein, nein, er tut den Kindern nichts... Die eine oder andere Freundschaft wird diese schwierigen Monate (hoffentlich nicht Jahre) nicht überleben...

Entschuldige Klara, dass das jetzt alles bei Dir landet, hab mich gerade ein bißchen verloren in meinen Gedanken...

lg, Jule
  #11  
Alt 05.02.2007, 20:22
Lynn
 
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AW: Situation wie angestemmt

Liebe Klara,

tut mir leid, deine schwierige, zermürbende, energiefressende Zeit, die du durchmachen musst. Nein, das haben wir uns nicht ausgesucht, wurde uns angeschmissen, und nun klebt das an uns. Wie nur geht das wieder weg?
Ja, lange lange Jahre konnte ich nicht glauben, dass das so ist. Immer dachte ich, man könne doch einfach darüber reden.
Es würde sich in Frieden aufklären. Vernünftig.
Das ist nicht möglich. Um Harmonie geht es nicht. Nur solange wir das wollen, solange ziehen wir es in die Länge. Das ist ein innerer Wunsch, der genährt wird durch den Glauben an das Gute, fast existenziell, wie, wenn die Welt so schlecht ist, dann kann man hier doch nicht sein wollen. Wenn die Harmonie die Richtung weist, dann ist das doch eine bessere Welt. Eine andere ist schlecht vorstellbar.
Mein Stalker war meine Mutter, jaja ich weiss, kleine Ausnahme.
Umso harmoniesüchtiger war ich, es war eigentlich unvorstellbar.
Und doch, ich habe verstanden. Die,( meine Mutter war auch unglaublich intrigant), die haben eine Hirnwindung die wir nicht haben.
Wir können und müssen das nicht verstehen. Sie leben davon.
Ich möchte ihnen keine Nahrung mehr geben.
Habe mich von meiner Mutter radikal getrennt (natürlich nach langen Jahren und harten inneren Kämpfen).
Etwas habe ich verstanden. Es wird nie passieren. Die Versöhnung, nach der wir uns sehnen und die ja niemals Bestand haben könnte mit denen mit der Hirnwindung mehr, die gibt es nicht. Sie ist nur meine Sehnsucht.
Also muss der Frieden im Inneren passieren, langsam, sicher, mit vielen vielen Rückfällen.
Aber dann können wir stärker sein. Denn durch unsere Sehnsucht und ihre gezielte Erniedrigung halten sie uns in einer schlechten Abhängigkeit. Aus dieser Schwäche, schliesslich neigen wir ja, damit das ganze einen Sinn macht, zur eigenen Schuldzuweisung, sind wir in einer schwachen, ausgelieferten Situation.
Wenn die Stärke wächst, dann wird unser Leben wieder uns gehören.
Wenn wir annehmen können, die Anerkennung, nach der wir lechzen, niemals zu bekommen, dann hat ES ein deutlich schlechtere Karten. (Natürlich nur in den Fällen, mit einem solchen Beziehungsgefälle)
Dann müssen wir lernen, uns selber anzunehmen.
Und anzunehmen, dass wir nicht anders handeln konnten. Wir hatten keinen Obelixtrunk, wir waren ausgeliefert und naiv und eben sehnsüchtig.
Habe lange lange gebraucht mit den Selbstvorwürfen aufzuhören. Wie blöd kann man sein, was macht man nur alles mit? Aber wenn man mitten drin ist sieht man es nicht, man hängt.
Dafür ist dieses Forum gut. Obwohl mein Stalking vorbei ist, im Körper und im Herz ist es noch nicht vorbei, und immer wieder die Klarheit hier zu lesen ist wohltuend.
Danke dafür.

Ich wünsche dir, dass du dich lösen kannst, dass du die Schmerzen ertragen kannst und auch die Ambivalenz der Gefühle. Es geht um dich. Und deine Kinder. Eigentlich haben meine Kinder mir geholfen. Ich hatte keine Kraft mehr, ich wurde zu einem Menschen der ich nicht sein wollte und musste mich so beherrschen, meine Not nicht an ihnen auszulassen, dass ich mit einem Aufbäumen zur Löwenmutter wurde und innerlich schrie - SO NICHT. Nicht auf Kosten meiner Kinder. Das war der Beginn einer langen Loslösung und Erkennens, was da eigentlich abläuft. Und dass ich ein klitzekleines Recht auf mein Leben habe. Diese Recht, das wächst bisschen.
Liebe Grüsse
Lynn
  #12  
Alt 05.02.2007, 22:35
Towanda
 
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AW: Situation wie angestemmt

Hallo Klara,
Ja, frau gewöhnt sich dran und kriegt ein dickes Fell. Du schriebst ganz richtig von der inneren Abkoppelung, die Du erstmal leisten musst - das braucht seine Zeit, auch bei mir war das ein längerer Prozess.
Das mit dem Hausverbot ist natürlich nicht so einfach, und es ist nicht so einfach, sich damit zu offenbaren. Trotzdem: es ist Dein gutes Recht, Dich belästigungsfrei an der Uni aufzuhalten, er hat dieses Recht nicht! Und auch wenn er 'nur' in Deiner Nähe ist, ist dies eine Belästigung, wenn Du es so wahrnimmst - Du kennst ja die ganze Geschichte, die anderen nicht. Wenn Du zum Wachdienst gehst, signalisierst Du Deinem Ex, dass Du sein Verhalten nicht still hinnimmst, sondern Dir Unterstützung suchst und auch bekommst, auch wenn die Dir erstmal nur zuhören und zu ihm 'rüberschauen. Das Gleiche gilt fürs Fotografieren - vielleicht bekommt er damit seine Aufmerksamkeit - vor allem aber erlebt er, dass Du Beweise gegen ihn sammelst - mein Ex hat sich jedenfalls immer ganz schnell verdrückt, wenn ich die Kamera zückte!
Klara, ich wünschte, ich wäre damals so klar(a) im Kopf gewesen wie Du es, nach Deinen Beiträgen zu urteilen, bist - weiter so, Du schaffst das!
  #13  
Alt 13.02.2007, 23:54
Klara
 
Beiträge: n/a
AW: Situation wie angestemmt

Hallo Leute,

war letzte Woche verreist, deshalb melde ich mich so spät.

Danke liebe Towanda, Joanne, Kyndry, Jule und Lynn für Eure wohltuenden stärkenden Antworten.

Aber erstmal muss ich mir Luft machen (bin immer nur am Heulen) und vom Neuesten berichten:
Ich hatte also heute einen Termin bei der Polizeiberatungsstelle. Das ging ja wohl voll in die Hose!
Nachdem ich da raus bin, hab ich erstmal nur geheult.

Das war ein Kriminologe, der macht Opferberatung.
Ich erzählte ihm also meine Geschichte und fragte vorallem nach Handlungsmöglichkeiten, speziell, was den Aufenthalt meines Stalkers in der Hochschule betrifft.
Dass es hier um Psychoterror geht, hatte er schon begriffen. Aber seine Antwort war, da könne man GARNICHTS machen.Was vorliegt, reiche nicht. Die Hochschule sei halt auch öffentlicher Raum. Und ich sei eben besonders sensibel.

Dann empfahl er mir, mit meinem Stalker doch nochmal VERNÜNFTIG ZU REDEN (!!???). Dass ich den Typen seit sechs Wochen komplett ignoriere, habe ich mir mühsamst erkämpft und dann - sowas. Ich glaub´s nicht. Der hatte von Stalking nicht den Blassen.

Dass dem Ganzen juristisch kaum beizukommen ist, war mir ja klar.
Aber wenn von einem Menschen in dieser offiziellen Position
( Opferberater!) nicht mal ANERKANNT wird, dass mich dass psychisch fertig macht, das ist schlimm. Es kamen dann Plattitüden: Sie sind doch eine hübsche Frau, suchen Sie sich nen Neuen, das lenkt ab und so`n Scheiß!

Dann erzählte er mir von "richtigen" Fällen. Mein "Fall" wäre nicht schlimm genug, damit müsse ich nunmal klarkommen. Jaja, da muss es schon richtig im Kasten rauchen, mit Schlägen und so.( Ich dumme Kuh hab ihn ja, wenn er gewalttätig war, nie angezeigt.) Psychische Gewalt wird offenbar in seiner Dimension immer noch nicht wirklich erkannt.
Dass mich das so fertig mache, läge daran, dass ich so empfindlich sei. Alles klar! Problem VOLL erkannt!

Ich muss ehrlich sagen, diese psychische Gewalt ist für mich SCHLIMMER; als die körperliche. Irgendwer von Euch beschrieb mal das Bild von dem Wassertropfen, der immer auf die gleich Stelle tropft (als Foltermethode): GENAU SO ist´s!

UND NUN ???

Könnt immerzu nur schreien.
Gefühl von Ohnmacht. Diese Aussichtslosigkeit... Kein Lichtblick. Wenn ich euer Forum nicht hätte, würde ich wirklich denken, ICH hab hier die Macke. Meine Freunde sind müde, mit mir darüber zu reden. Einige verstehen nicht mal, dass ich davon noch immer (!?) so belastet bin.

Fühl mich total alleine, es zerfrisst mich.

Hab angefangen, meinen Stalker zu photographieren. Lässt ihn aber kalt. Und heut hat sich`s ja gezeigt: Ich kann´s mir sparen. Wird eh nicht anerkannt und als Paranoia abgetant...

Hätt ich meine Kinder nicht, würd ich abhauen, in die Walachei, wo er mich nicht findet.
Weg, weg nur noch weg. Aber bei meinen bisherigen Umzügen hat er mich immer wieder aufgespürt. Der klebt wie Pech.

Ach, ich hör jetzt erstmal auf und geh schlafen. Bin zu fertig gerade.

Auf Eure Beiträge antworte ich morgen. Wie gut, dass ich Euch einfach erstmal erzählen kann, sonst wär´s wohl ganz finster. Danke für´s Zuhören.

Liebe Grüße,

Klara
  #14  
Alt 14.02.2007, 00:37
Archiduct
 
Beiträge: n/a
AW: Situation wie angestemmt

Klara, in meinen schlimmen Zeiten war ich auch immer ganz froh, wenn ich hier meinen Frust auch nachts um 3 Uhr ablassen konnte und wusste, dass es jemand liest, der meine Situation versteht. Ich weiß, das ist alles sehr heftig, auch wenn ich zum Glück nicht die Erfahrung machen musste, dass Kinder mit im Spiel sind.

Zitat von Klara bzw. Polizei:
Sie sind doch eine hübsche Frau, suchen Sie sich nen Neuen, das lenkt ab und so`n Scheiß!
Klara, wende Dich ans Landeskriminalamt, Abteilung Opferschutz, die die meisten LKAs mittlerweile haben und die auch für die Ausbildung der lokalen Opferschutzbeamten zuständig sind. Solch ein Humbug darf nicht geduldet werden!
  #15  
Alt 14.02.2007, 06:13
Benutzerbild von Admin
Admin Admin ist offline
Administrator
 
Registriert seit: Sep 2002
Beiträge: 1.523
AW: Situation wie angestemmt

Zitat:
Solch ein Humbug darf nicht geduldet werden!
So isses! Ich glaube echt, es geht los
 


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