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  #1  
Alt 08.09.2005, 14:22
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Beiträge: 1.523
651 Wiesbaden - Weißer Ring

Horst Armonies
Außenstellenleiter Wiesbaden, Rheingau-Taunus-Kreis, Limburg-Weilburg des Weißen Rings
Parkstr. 17
65189 Wiesbaden
Tel.: 0611 3082462
Fax: 0611 3603869
mobil: 01722460874

siehe auch: Feuerwehrmann für die Opfer
  #2  
Alt 09.08.2006, 20:05
Archiduct
 
Beiträge: n/a
"Anderen zu helfen ist doch etwas Schönes"

Zitat von Wiesbadener Kurier vom 09.08.2006:
Seit 1996 engagiert sich der 70-jährige Horst Armonies ehrenamtlich für die Belange von Kriminalitätsopfern

WIESBADEN Rund 400 Außenstellen bundesweit unterhält die Opferschutzorganisation Weißer Ring. Die zirka 2 300 ehrenamtlichen Mitarbeiter sind das Rückgrat der Organisation.

Von
Wolfgang Degen

"Nein, gezweifelt habe ich nie. Keinen Augenblick. Und bereut habe ich dieses Engagement auch nie. Anderen zu helfen ist doch etwas Schönes." Dabei ist es eine zuweilen schwere Last, die Horst Armonies auf seinen Schultern trägt. Er ist das körperliche und seelische Leid der Kriminalitätsopfer, die sich von ihm und dem Weißen Ring Hilfe und Unterstützung erhoffen. Armonies engagiert sich seit 1996 beim Weißen Ring, wo er seit 1983 Mitglied ist. Der 70-Jährige leitet seit Frühjahr 2005 die Außenstellen Wiesbaden, Rheingau-Taunus-Kreis sowie Limburg-Weilburg. Eine der größten Bezirke der Opferhilfeorganisation in Hessen.

Acht Ehrenamtliche kümmern sich um den Bezirk, aber gerade einmal die Hälfte kann laut Armonies in der unmittelbaren Betreuung der Opfer eingesetzt werden. Interessierte, die in den Außenstellen mitarbeiten wollen, gibt es - wenn auch längst nicht genug. "Es ist schwieriger geworden", sagt Armonies. Von denen, die kommen, müssen manche feststellen, dass sie sich über-, die Belastung unterschätzt haben. "Sie schlucken, wenn sie hören, was im Einzelnen auf sie zukommen kann - Fälle von Vergewaltigung, Missbrauch von Kindern oder Mord. Sie sagen mir dann, das schaffe ich nicht." Anderen helfen - dazu braucht es eigene Stärke. Manche der Interessierten kommen gar nicht zu einem Gespräch mit ihm, weil sie zu Beginn am Telefon "die total falsche Frage stellen", wie Armonies meint: "Was zahlt ihr?" Zu verdienen ist nichts, fürs Ehrenamtes gibt es eine Aufwandsentschädigung.

Die Zahl der Hilfesuchenden wächst: Vom Mai 2005 bis Juli 2006 gab es in den Außenstellen, die Armonies leitet, rund 400 neue Fälle. Ein Fall ist ein Mensch, und das heißt, erst einmal Vertrauen aufbauen, bevor die konkrete Hilfe besprochen werden kann. "Sie können ja nicht einfach hinkommen und zu den Opfern sagen - so, hier bin ich, jetzt legen Sie mal los!" So könne man nicht auftreten gegenüber Opfern, deren Leben von einem Moment auf den anderen aus den Fugen geraten ist. Bei anderen ist das Leid ein fortdauerndes, zum Teil schon seit Jahren. "Manche Opfer sind aufgewühlt, mitteilsam, froh, ihre Geschichte los werden zu können. Andere blocken ab. Man muss warten können."

Manche Opfer brauchen Stunden, bis sie im Gespräch zum eigentlichen Kern kommen, schildert Armonies. Es zeigt auf, wie viel Geduld geboten ist. Man müsse sich als Beistand einbringen und zugleich zurücknehmen können, meint er. Nicht die Wut zeigen, die ihn packt, wenn er zum Beispiel wieder einem Opfer gegenüber sitzt, das um seine Ersparnisse gebracht wurde. Wie jene Dame aus Sonnenberg, der skrupellose Betrüger 88 000 Euro abgeluchst hatten. Nur noch die Hälfte konnte sichergestellt werden. Wie auch bei dem Schiersteiner Rentner, bei dem die Täter 117 000 Euro erbeutet hatten.

Armonies, der Opferhelfer, hatte, welch´ Zufall, der Polizei einen Hinweis auf die Täter geben können, weil ihm in der Fußgängerzone zwei Frauen und ein Mann aufgefallen waren, die sich sonderbar benommen hätten. "Ich hatte so ein komisches Gefühl, als ich die sah." Man spürt die Genugtuung, dass die Täter, die noch andere Senioren ausgeplündert hatten, erwischt wurden. Dass der Blick des Opferschützers Armonies geschärft ist, kommt nicht von ungefähr - der Mann hat fast 30 Jahre in Duisburg bei Mannesmann einen werkseigenen Ermittlungsdienst geleitet.

Eines müsse man tunlichst meiden, sagt Armonies, "das sind Vorwürfe an die Opfer". Es ist gleichsam das oberste Gebot der Helfer. Er müsse auch die Umstände ausblenden, die er zuweilen in den Wohnungen antreffe. "Ich darf nicht hingucken, wie´s aussieht, wie die hygienischen Zustände sind - ich muss nur an das Opfer, die Möglichkeiten der Hilfe, denken. Denn nur darum geht es."

Als Anwalt der Opfer ist er naturgemäß parteiisch, deshalb ist Horst Armonies auch ein Verfechter harter Strafen, wenn es etwa um Stalking geht. "Das kann nicht hart genug bestraft werden", meint er, und denkt an die Fälle, in denen die Opfer zerbrochen sind unter den perfiden Nachstellungen. Auch wenn immer häufiger Opfer Anzeige erstatten, die Pein abschütteln wollen - die Angst vieler Opfer vor Rache der Täter sei doch noch immer groß und lasse sie dann vor einer Anzeige zurückschrecken. "Zu viele Täter bleiben deswegen ungeschoren. Für uns ist das deprimierend, aber was sollen wir machen?"

Helfen heißt vor allem auch aushalten. Das Leid anderer zuvorderst, das man im Kopf nicht einfach ausblenden kann, gerade dann nicht, wenn Kinder Opfer sind. In 95 der rund 400 Fälle ist das der Fall. Auszuhalten gilt es auch den rüden Umgang, dem die Helfer ausgesetzt sein können. Dass er unlängst im Gerichtssaal als "Schwein" beleidigt wurde, sei läppisch, sagt Armonies. Da stehe er drüber. "Das muss ich verkraften. Sonst bin ich zu schwach für diese Arbeit. Es geht ja nicht um mich."

Der Dank der Opfer, die sich ansonsten oft verloren fühlen, auch weil sie nicht um ihre Rechte wussten, sei Bestätigung und Ansporn. Gestiegen sei allemal die Wertschätzung bei Polizei und Gerichten, das Engagement werde honoriert. Horst Armonies zieht Motivation auch daraus, dass sich seine Frau ebenfalls beim Weißen Ring stark engagiert. "Es ist ein ganz großer Vorteil, dass wir beide mit ganzem Herzen dabei sind."

Zu erreichen ist Horst Armonies unter 0611/3082462.

Informationen zur Opferhilfeorganisation gibt es unter

www.weisser-ring.de
www.main-rheiner.de
 


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