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Alt 22.03.2006, 08:25
Kundry
 
Beiträge: n/a
Wird Liebe zum Wahn, hört der Spaß auf

Zitat von wiesbadener-tagblatt.de:
Zwanghaftes Verlangen: Stalking in der Literatur

Vom 22.03.2006

Von

Susanna Gilbert-Sättele

HAMBURG Wird Liebe zum Wahn, hört der Spaß auf. Selbst bei Prominenten, die aufdringliche Scheinwerfer und Kameras gewohnt sind, liegen die Nerven blank, wenn sie sich von einem fehlgeleiteten Fan verfolgt und bedroht fühlen. Dem Phänomen Stalking wird deshalb immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt. John F. Kennedy, John Lennon oder Gianni Versace zählen zu den prominentesten Opfern, aber ihre Zahl ist weit höher. Doch auch ganz normale Bürger haben mit Verfolgung durch den Ex-Partner, Bekannte oder völlig Fremde zu kämpfen.

In Deutschland muss der Bundestag über eine Initiative des Bundesrates entscheiden, die Stalking als Straftat ins Gesetzbuch bringen will. Daneben bieten aber auch zahlreiche Bücher Hilfe und Orientierung. Sie setzen sich sowohl in Romanen als auch wissenschaftlich in verschiedenen Perspektiven mit dem Thema auseinander.

Anerkannte deutsche Stalking-Experten sind der Psychologe Hans-Georg W. Voß und der Kriminalpsychologe Jens Hoffmann. Deren gemeinsames Buch "Psychologie des Stalking. Grundlagen - Forschung - Anwendung" ist eine Analyse der Beweggründe, die Stalker immer wieder in die Nähe ihrer Opfer treibt. In "Stalking in Deutschland" wechselt ihre Perspektive. Die Experten beschreiben das Vorgehen der Täter aus Sicht der Betroffenen: Telefonische Belästigungen, Belagerung der Wohnung oder sogar Mordanschläge. Eindrucksvoll wird vermittelt, wie Stalking die Seele verletzt und das Leben beeinträchtigt.

Stalking stammt aus der Jägersprache und heißt aus dem Englischen übersetzt "sich anpirschen". Das trifft, was Opfern besonders schwer zu schaffen macht: Die heimliche Attacke aus dem Hinterhalt. Wie sich bei den Tätern diese Persönlichkeitsstörung behandeln lässt und was man tun kann, um Opfer aus ihren Traumata zu befreien, erläutert Psychotherapeut Peter Fiedler in "Stalking. Opfer, Täter, Prävention, Behandlung."

Als Journalist, Sachbuchautor und Betroffener nähert sich Rasso Knoller dem heiklen Thema in "Stalking. Wenn Liebe zum Wahn wird". Nach seinen Erfahrungen werden 18 Prozent aller Frauen und fünf Prozent der Männer in Deutschland mindestens einmal im Leben Opfer von Stalkern. Knoller gibt Antworten auf die Frage, wie etwa Angehörige in einer Situation helfen können, in der Hilfe von staatlichen Behörden nicht immer zu bekommen ist.

Auch die niederländische Schriftstellerin Connie Palmen musste sich mit Stalking auseinander setzen, nachdem sie selbst gegen einen Mann erwehren musste, der ihr später in einem Brief bekannte "Ich wollte Sie ermorden. Aus Liebe". In ihrem Buch "Idole und ihre Mörder" untersucht sie die Triebfedern von Fans, Fanatikern und Stalkern und richtet das Augenmerk auf unsere Mediengesellschaft.

Gefährliche Belästigungen sind ein beliebtes Roman-Motiv, um Leser in diffuse Ängste zu versetzen. In Vena Corks Thriller "Augen in der Nacht" wird eine Mutter in Panik versetzt, als sie erkennt, dass ihre 14-jährige Tochter Objekt der Begierde eines Besessenen ist. Simone van der Vlugt schildert in ihrem Beziehungsroman "Das Klassentreffen", wie sich der abgewiesene Verehrer der Heldin zum Stalker mausert, tagelang vor ihrem Haus parkt, ihre Schlüssel stiehlt und ihr schließlich nachts in der Wohnung auflauert.

Wie aus zärtlicher Liebe tödliche Besessenheit werden kann, hat auch Erfolgsautor Nicholas Sparks mit seinem Roman "Du bist nie allein" beschrieben. Hier wandelt sich ein charmanter Verehrer zum gewalttätigen Verfolger, als seine Zuneigung nicht erwidert wird. In "Nora" versucht Pia Frankenberg zu zeigen, wie sich eigene unbewältigte Probleme in wahnhafte Anhänglichkeit wandeln kann.


 


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