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Alt 22.12.2005, 08:20
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669 Pirmasens Not-Telefon Frauenhaus

Zitat von pirmasenser-zeitung.de:
Von wegen "Fest des Friedens"

Von PZ-Mitarbeiterin Doris Piperata

Weihnachten, das Fest des Friedens und der Familie soll es sein. Für nicht wenige Frauen und vielleicht noch mehr Kinder wird es wieder zum Fest der "fliegenden Fäuste". Vor wenigen Tagen haben diejenigen Frauen gemeinsam Weihnachten gefeiert, die sich aus dem Dunstkreis eines prügelnden, beleidigenden Ehemannes gelöst haben.

Nach der Zwischenstation Frauenhaus haben sie wieder mehr oder weniger Fuß gefasst und gehen die ersten Schritte mit ihren Kindern in einem selbstbestimmenden Leben. Mehr als ein Dutzend "ehemaliger Hausgäste" mit ebenso vielen Kindern, fanden sich zu dieser familiären Feier zusammen und tauschten dabei auch neue Erfahrungen aus. Ein Erfolgserlebnis sowohl für die Betroffenen, als auch für die hoch engagierten Betreuerinnen der Einrichtung. Und respektabel deshalb, weil das schmale Budget der Zufluchtstätte nie ausreicht, das Haus ist ständig auf Spenden angewiesen.

"Irgendwann waren meine Zähne kaputtgeschlagen"

Mit viel Liebe haben Edeltraut Buser-Hussong, die Vorsitzende das Trägervereins, mit Jutta Kluge und Iris Koch die Feier organisiert und den Raum geschmückt. Sogar der Nikolaus war da und hat den Kurzen gegen ein einfaches Weihnachtsliedchen die mütterlicherseits deponierten kleinen Gaben gebracht.

Eine rundum erfreuliche Angelegenheit, wenn da nicht die vier Frauen wären, die im laufenden Jahr zum wiederholten Mal "einchecken" mussten. Zwei leben seit rund sechs Monaten wieder mit ihrem Partner zusammen. Allerdings begegneten die Männer ihnen jetzt mit dem gebührenden Respekt und Schläge habe es auch nicht gegeben vorher, erklären sie. Offenbar betrachten sich viele heute selber als "geheilte Ehemalige" und erfahrungsgemäß dauere es manchmal viele Jahre, bis der Trennungs-Entschluss tatsächlich durchgezogen würde, sagt Traudel Buser-Hussong.

Genauso war es bei Heidemarie H., deren Geschichte quasi für jede der Zuflucht-Asylantinnen stehen könnte. Gut 16 Jahre war sie verheiratet und schon nach dem ersten Jahr setzte es Prügel, wenn "ihm" die Argumente fehlten. "Zwar noch nicht so oft, aber ich hätte gewarnt sein müssen", zumal er nüchtern war damals, berichtet sie heute. Alkohol sei erst in den letzten vier oder fünf Jahren hinzu gekommen und entsprechend schlimmer wurden dann die Zustände. Als sie nach den Schwangerschaften nicht mehr mitarbeiten konnte, nahm das Drama extremere Formen an. Da kam noch die finanzielle Abhängigkeit hinzu.

Dreimal hat sie versucht, sich zu trennen, aber da waren auch noch die zwei Kinder und vor allem immer wieder "die Hoffnung, dass er seine Versprechen und Reue ernst meint". Dass der Sohn in ihrer Abwesenheit vom Vater Schläge mit dem Gürtel bezogen haben soll, sei ausschlaggebend gewesen, einen Schlussstrich zu ziehen. "Da war es schon so weit, dass er mir nur noch weh tun wollte und irgendwann meine Zähne kaputt geschlagen waren", erinnert sie sich.

Ihre Bitten, eine Eheberatung aufzusuchen, seien rigoros abgelehnt worden. Inzwischen stehe der Gegenseite sogar der Vorwurf von Kindesmissbrauch im Raum und sie habe Telefon-Terror bis hin zur Morddrohung erlebt. "Ich habe viel zu lange gewartet, mein und das Leben meiner Kinder wieder in normale Bahnen zu lenken", von der Frauenzufluchtstätte hat Heidemarie H. lange nichts gewusst. "Und dann war es natürlich nicht einfach, zu dritt in dem kleinen Zimmer dort", aber missen möchte sie diese Zeit auf keinen Fall und für die Hilfe werde sie immer dankbar sein. Nach acht Wochen hatte sie ihren Alltag neu organisiert und "mir geht es so gut, wie noch nie". Heidemarie hat neue Freunde, liebe Menschen gefunden, die ihr Selbstbewusstsein wieder aufbauen und ihr Halt geben. Sie feiert mit ihren Kindern und den Omas und Opas bereits zum zweiten Mal ein friedliches Weihnachtsfest, mit einem richtigen Baum".

Das Nottelefon ist immer besetzt

Schon das ganze Jahr und auch jetzt ist die Frauenzuflucht wieder voll besetzt. Sechs Frauen mit ihren Kindern zwischen drei und elf Jahren hoffen dort auf "neue Startlöcher" in ein Leben ohne Demütigung verbaler und körperlicher Art. "Das soll die Frauen keinesfalls vom Anrufen abhalten", sagt die Vorsitzende Buser-Hussong. Man könne immer weiterhelfen, notfalls in Kaiserslautern oder Landau. "Manchmal ist ein räumlicher Abstand sogar wünschenswert" und beraten werde jede Hilfe suchende Frau immer.

Not-Telefon Frauenhaus: 06331/92626. Spendenkonto: Sparkasse Südwest, Pirmasens, BLZ 54250010, Konto 52050.

Pirmasenser Zeitung vom 22.12.05 - Rubrik Pirmasens
 


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