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  #1  
Alt 02.11.2006, 18:40
Archiduct
 
Beiträge: n/a
2 Jahre und 9 Monate Haft für Telefonterror

Zitat von heute.de vom 12.11.2006:
Telefonterror: Mann muss ins Gefängnis

Dorf mit Anrufen massiv belästigt - Urteil vor dem Landgericht Diez


Ein 32-jähriger Mann aus Leipzig ist am Donnerstag in Diez (Rheinland-Pfalz) wegen Telefonterrors zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. "Der Angeklagte hat das Telefon zur Waffe gemacht", sagte der Vorsitzende Richter am Amtsgericht, Eckhard Krahn. Die Nebenkläger aus dem Taunusdorf Rettert hätten dadurch große gesundheitliche und finanzielle Schäden erlitten.



Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren gefordert, die Verteidigung hatte eine Bewährungsstrafe für angemessen gehalten. Die Nebenkläger aus dem Taunusdorf Rettert hätten dadurch große gesundheitliche und finanzielle Schäden erlitten.

Mehr als hundert Anrufe pro Tag
Zuvor hatten die Nebenkläger am Donnerstag Details zu den Belästigungen geschildert. Der arbeitslose Angeklagte hatte mehr als 50 Familien im Taunusdorf Rettert massiv mit Anrufen belästigt und bedroht.

Der Stalker habe seit März 2004 monatelang und manchmal mehr als hundert Mal am Tag bei ihm und seiner Frau angerufen, sagte ein 53-Jähriger vor dem Amtsgericht Diez (Rheinland-Pfalz). Wegen des Terrors leide er heute unter Magengeschwüren und Bluthochdruck. Seine Frau sprach von einem Nervenzusammenbruch.

Mehr als 3500 Verstöße vorgeworfen
Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten rund 3500 Verstöße gegen das Gewaltschutzgesetz vor. Dabei soll der 32-Jährige einer Bekannten nachgestellt haben, die nach Rettert gezogen war und ihm angeblich 430 Euro schuldete. Die Frau war Mieterin bei einer der beiden Nebenkläger-Familien.

Der Prozess war im Januar direkt nach dem Auftakt ausgesetzt worden, damit ein psychiatrisches Gutachten erstellt werden konnte. Ein Sachverständiger sah am Donnerstag keine Anhaltspunkte für eine eingeschränkte Schuldfähigkeit des Sachsen. Laut Gericht könnte noch am Donnerstag ein Urteil gesprochen werden.

Opfer leiden unter Folgen
Nach Angaben des 53-jährigen Nebenklägers drohte der Angeklagte mit Sätzen wie: "Ein kleines Feuer im Haus kann ein großes Inferno entfachen." Das Haus, in dem die Bekannte des Angeklagten lebte, habe sich nicht mehr vermieten lassen. Sie hätten es schließlich deutlich unter Wert verkaufen müssen. "Wir sind pleite", schilderte der 53-Jährige die Folgen des Terrors. "Er (der Angeklagte) hat uns versprochen, dass er uns ein Leben lang verfolgen wird. Und das wird auch so sein."

Am Donnerstag wiederholte der Angeklagte über seinen Anwalt sein Geständnis. Er räumte zudem ein, die Telefonanrufe auch nach dem Prozessbeginn im Januar fortgesetzt zu haben. Eine Familie erhielt nach eigenen Angaben noch im September rund 900 Anrufe. "Das Telefon ist eine Waffe", sagte eine 46 Jahre alte Nebenklägerin. Der Sachverständige regte die Fortführung einer ambulanten Psychotherapie an, um das "verfestigte Verhalten" des Angeklagten zu ändern.
www.heute.de
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  #2  
Alt 02.11.2006, 19:50
Archiduct
 
Beiträge: n/a
Mann muss wegen Telefonterrors zwei Jahre und neun Monate in Haft

Zitat von Leipziger Nachrichten vom 02.11.2006:
Diez. Ein 32-jähriger Mann ist am Donnerstag in Diez (Rheinland-Pfalz) wegen beharrlichen Telefonterrors zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. „Der Angeklagte hat das Telefon zur Waffe gemacht“, sagte der Vorsitzende Richter am Amtsgericht, Eckhard Krahn. Die Nebenkläger aus dem Taunusdorf Rettert hätten dadurch große gesundheitliche und finanzielle Schäden erlitten. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren gefordert, die Verteidigung hatte eine Bewährungsstrafe für angemessen gehalten. Der Stalker aus Leipzig hatte die Vorwürfe gestanden und sich bei den Opfern entschuldigt.

Das Gericht verurteilte den Sachsen wegen 3481 Verstößen gegen das Gewaltschutzgesetz und zudem wegen Beleidigung und Bedrohung. Auch eine einstweilige Verfügung und der im Januar begonnene Prozess hätten den Mann nicht von seinem Handeln abbringen können. Dem Richter war nach eigenen Angaben kein anderer Fall von Stalking bekannt, der ähnliche Dimensionen angenommen hat. Wie die Nebenkläger schilderten, rief der arbeitslose Leipziger seit März 2004 monatelang und bis zu mehr als hundert Mal täglich bei Familien in Rettert an. Dabei soll der 32-Jährige einer Bekannten nachgestellt haben, die in das Dorf gezogen war und ihm angeblich 430 Euro schuldete. Eine Familie dokumentierte allein im vergangenen September 900 Anrufe.

„Egal, wo ich bin: Jedes Telefonklingeln lässt mich zusammenschrecken“, sagte eine 47-jährige Nebenklägerin. Die Frau erlitt nach eigenen Angaben einen Nervenzusammenbruch. „Ich hatte ein schlechtes Gewissen und diese wahnsinnigen Schuldgefühle.“ Die 47- Jährige und ihr 53-jähriger Ehemann waren die Vermieter der Bekannten des Leipzigers. Die 47-Jährige sagte, sie habe sich verantwortlich dafür gefühlt, dass der Angeklagte mehr als 50 Familien im Dorf belästigt habe. Das Haus habe sich dann nicht mehr vermieten lassen. Sie hätten es deutlich unter Wert verkaufen müssen, sagte der 53- Jährige. „Wir sind pleite“, sagte der Ehemann. „Er (Der Angeklagte) hat uns versprochen, dass er uns ein Leben lang verfolgen wird. Und das wird auch so sein.“

Der Prozess war im Januar direkt nach dem Auftakt ausgesetzt worden, damit ein psychiatrisches Gutachten erstellt werden konnte. Der Gutachter erklärte, der Angeklagte habe zwar ein Alkoholproblem, das aber nicht im Zusammenhang mit dem Telefonterror stehe. Anzeichen für eine eingeschränkte Schuldfähigkeit sah der Gutachter nicht. Der Leipziger hatte sein Verhalten damit zu erklären versucht, dass er selbst von Dorfbewohnern aus Rettert belästigt worden sei.

dpa
www.lvz-online.de
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  #3  
Alt 02.11.2006, 21:56
Archiduct
 
Beiträge: n/a
Hier noch ein Video

http://www.heute.de/ZDFmediathek/inh...6973-5,00.html
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