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  #1  
Alt 09.06.2003, 00:01
Archiduct
 
Beiträge: n/a
Aussage bei der Polizei

Höre es ab und an, dass einige Leute, ob als Anzeigenerstatter oder als Beschuldigte, da der Stalker oft das Opfer zum Kriminellen erklärt, von ihren eigenen Aussagen bei der Polizei keine Kopien mitnehmen und einige Monate später gar nicht mehr im Detail wissen, was da eigentlich drin stand und es nicht mehr nachlesen können.

Lasst euch immer eine Kopie geben und klärt das vor allem mit dem Beamten VOR eurer Unterschrift, dass ihr darauf besteht! Wenn ihr erstmal unterzeichnet habt und dann nachfragt, bekommt ihr oft zu hören: "Wieso? Sie wissen doch, was sie ausgesagt haben!"

Bei meiner ersten Strafanzeige vor zwei Jahren wegen des EC-Karten-Betruges meines Stalkers habe ich auf einer Bestätigung bestanden, da ich die für die Bank brauchte, und habe sie auch bekommen. Bei weiteren Vernehmungen, als immer noch mehr Delikte meines ES ans Tageslicht kamen, dachte ich blauäugig, ich würde nach meiner Unterschrift auch hier wieder eine Kopie bekommen. Aber Pustekuchen! Der gleiche Beamte hat sich geweigert. Auch mein Vorhalt, dass ich auch keine Waschmaschine bestellen würde, ohne einen Durchschlag der Auftragsbestätigung mitzunehmen, half nichts.
Ich war noch am Überlegen, ob ich mich an anderer Stelle beschweren sollte, aber eigentlich stand in der Aussage nichts Wesentliches drin, aus dem man mir einen Strick hätte drehen können.

Etliche Zeit später hat mein ES über seinen Anwalt Kopien der Ermittlungsakten bekommen und mir diese mit Anschuldigungen der Falschaussage zugeschickt. Darin sah ich, dass das Vernehmungsprotokoll NACH meiner Unterschrift handschriftlich ergänzt wurde und zwar nicht mit der Handschrift meines ES!
Wer das Protokoll verändert hat, weiß ich nicht, aber ich habe mich geärgert, dass ich mich damals nicht lauthals beschwert habe oder es noch schnell zerrissen habe, um darauf zu bestehen, eine Kopie zu erhalten, und zwar nach Klärung VOR der Unterzeichnung.

Vor einem Dreivierteljahr tauchte dann Schulkumpel Nr. 1 von der Kripo nach 20 Jahren wieder auf und sagte zu dem Thema: "Tja, hättest dich beschweren und auf einen anderen Beamten bestehen müssen!"
Gleicher Schulkumpel ein paar Wochen später: "Nee, das Protokoll bekommst du nie! Das behalten immer nur wir!"

Als ich dann vor einem halben Jahr in ein anderes PK vorgeladen wurde, da mein ES ja etliche haarsträubende Strafanzeigen gegen mich erstattet hatte, hab ich den POK erstmal angerufen, um schonmal vorzufühlen, was das so für ein Typ ist. Ferner hab ich ihm angekündigt, dass die Anzeigen von einem Psychopathen stammen, der mich belästigt und bedroht und er sich schon mal das Vorstrafenregister des ES ziehen solle. Ich werde zur Vernehmung einen dicken Aktenordner mitbringen. Außerdem passte mir der Termin nicht, den wir dann verschoben haben.

Im PK hat mich der POK natürlich aufgeklärt, dass ich dort gar nichts aussagen müsse. Da ich aber nichts zu verbergen habe und schon vorher wusste, um was es ging, habe ich ihm nur gesagt: "Doch, ich sage hier aus, aber nur unter der Bedingung, dass ich hinterher von allem, was ich unterzeichne, eine Kopie bekomme, ansonsten können wir hier gleich abbrechen."

Was sollte er also machen? Darauf eingehen oder mich abziehen lassen, damit ich zur Staatsanwaltschaft gehe und dort vortrage, dass ich ja gerne meine Aussage bei der Polizei gemacht hätte, man mich aber nicht gelassen hat?
Dann habe ich ihm eine vorbereitete Aussage von 10 Seiten überreicht, die die eigentlichen Hintergründe zu den Strafanzeigen meines ES schildern und darlegen, dass es hier nicht um die Sache gehe, sondern der Psychopath die Sache entsprechend seiner Wunschvorstellungen passend gemacht habe. Die eigentliche Aussage zu den drei überhaupt noch übrig gebliebenen Anschuldigungspunkten, die die Staatsanwaltschaft überhaupt noch zwecks Überprüfung ins PK geschickt hatte, war in drei Sätzen auf Seite 10 abgehandelt.
Den Empfang dieser 10 Seiten habe ich mir vom POK gegenzeichnen lassen - sonst hätte er sein Exemplar nicht bekommen
Seitdem funktionuckelt mein POK Das noch verbleibende Protokoll zu meiner Vernehmung war schnell aufgenommen und ich bekam selbstverständlich meine Kopien.

Für alle dann folgenden Strafanzeigen gegen mein ES habe ich immer wieder mit dem gleichen POK, der die Sache schon kannte, einen Termin vereinbart, ganz gleich wie gefüllt sein Terminkalender war, und er wusste genau, dass ich das Zimmer nicht ohne Kopien meiner Aussagen sowie Bestätigung, dass ich Strafanzeige erstattet habe, verlassen werde.
Solch eine Bestätigung ist auch vorteilhaft, um die Auskunftssperre beim Einwohnermeldeamt durchzubekommen und hat mir auch bei der JVA, in der mein ES gesessen hat, weitergeholfen, um den Entlassungstermin zu erfahren.
Mein POK hat auch auf Grund meines seriösen, selbstsicheren Auftretens und meiner unumstößlichen Beweise sehr bald erkannt, das ICH das Opfer bin und unterstützt mich seither.
Da er auch bemerkt hat, dass ich schon arge Schlagseite bekomme, den mit mehreren Aktenordnern gefüllten Aktenkoffer zu transportieren, schleppt er ihn mir auch immer bereitwillig durchs ganze PK und die Straße entlang bis zu meinem Kofferraum. Das nenne ich doch Service
Da sich die Strafanzeigen meinerseits sowie erforderliche Ermittlungen nun schon über Monate hinziehen, erledigen wir inzwischen das meiste per Telefon und Fax.
Meine Erweiterungen der Strafanzeigen schicke ich dann immer mit allen Beweismitteln selber bzw. inzwischen mein Anwalt direkt an die Staatsanwaltschaft.

Dies nur als ein kleines Beispiel, wie es laufen kann. Selbstverständlich ist jeder Beamte, an den man gerade durch Zufall gerät, unterschiedlich und je nach Stresssituation auch unterschiedlich gut drauf. Die Jungs und Mädels tun auch nur ihren Job und viele hören vom Thema "Stalking" das erste Mal in ihrem Leben.

Was aber die Herausgabe der Kopien anbelangt, um zum Eingangsthema zurückzukehren, ist es nur wichtig zu wissen, dass sie euch diese auf Verlangen herausgeben müssen oder ihr sonst keinen Mucks mehr sagt. Und sagt gleich zu Beginn eurer Aussage, dass ihr darauf besteht!
Dabei ist euer Auftreten entscheidend! Sicher, zielstrebig, aber nie überheblich und immer freundlich und kooperationsbereit.
Wer aber auftritt wie ein Elefant im Porzellanladen, wird garantiert Schiffbruch erleiden!

Viel Erfolg bei euren Anzeigen wünscht euch

das Archiduct
  #2  
Alt 17.03.2004, 16:30
Dominique
 
Beiträge: n/a
Zeugenaussagen kopie

Danke für die Info! Aber ich habe auch keine Kopie bekomme. Die könnte ich nur über meinem Anwalt bekommen, wodurch ich nur für dies schon einen Anwalt nehmen mußte, der mir das aber auch nicht aushändigt oder ähnliches.
Interessant zu lesen, daß deine Aussage abgeändert wurde, da ich mich nachdem ich bereits den Anwalt gewechselt habe, mich wundere daß auch dieser 2. Anwalt nach lesen der Akte manchmal komisch reagiert. Aber mir nicht erklären will wieso.

Dann noch einen Tip an Alle! Ich habe damals gedacht ich brauche einen Anwalt der sich mit Strafrecht auskennt, aber sucht Euch einen der sich mit Stalker auskennt, da trots Sachschaden und mehrere Personen schon geschlagen wurden von ES, mein Anwalt immer noch glaubt das es nur eine Lapallie ist und wohl aufhört.... Ich mich nicht anstellen soll. Es dauert aber schon 2 Jahre und ES fängt immer wieder von neuem mit neuen Attacken, neue falsche Anschuldigungen und neue Provokationen an.

Anmerkung Admin: Benutzer Dominique wurde am 16.02.07 wegen ungültig gewordener Emailadresse gelöscht.
  #3  
Alt 01.09.2004, 18:12
Mark
 
Beiträge: n/a
Anwälte müssen eigentlich die Unterlagen in Kopie herausgeben soweit ich weiss. Gebt aber niemals Originaldokumente die Ihr habt dort ab, die muss der nämlich nicht herausgeben, wenn er noch Geld bekommt von Euch.
Was mich persönlich aber wirklich bisher immer geärgert hat, ist die Tatsache, dass ausgerechnet der Anwalt den man sich im Vetrauen nimmt, nicht das macht, weswegen man ihn aufgesucht hat.
Ich lasse mir da nichts mehr vormachen, entweder der Anwalt nimmt "meine" Interessen wahr, oder ich such mir halt einen anderen.
Von einer befreundeten KOK habe ich gehört, dass die Beamten überhaupt nicht dazu verpflichtet sind, Kopien der Protokolle herauszugeben. Da muss man schon Glück haben und einen sehr freundlcihen Beamten erwischen. Das scheint auch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich zu sein.

Liebe Grüsse Mark
  #4  
Alt 01.09.2004, 23:17
Archiduct
 
Beiträge: n/a
"Anwälte müssen eigentlich die Unterlagen in Kopie herausgeben soweit ich weiss."

Interne behördliche Kopien eigentlich nicht unbedingt, aber bei einer guten Zusammenarbeit tun sie das natürlich. Das ist auch immer das Problem auf Täterseite, dass der Anwalt über die Akteneinsicht an persönliche Daten des Opfers kommt - sofern sie nicht strikt unkenntlich gemacht wurden - und sie dann dem Täter mitteilt.

"Gebt aber niemals Originaldokumente die Ihr habt dort ab, die muss der nämlich nicht herausgeben, wenn er noch Geld bekommt von Euch."

Originale als Beweismittel sollte man nie irgendwo abgeben, sondern grundsätzlich nur Kopien. In einer Verhandlung kann man im Zweifelsfall die Originale immer noch dem Richter vorlegen. Wichtig ist auch, die Originale nicht zu Hause zu lagern, sondern auch wiederum nur Kopien, denn bei einem nicht seltenen Einbruch des Täters sind diese sonst weg.

"Von einer befreundeten KOK habe ich gehört, dass die Beamten überhaupt nicht dazu verpflichtet sind, Kopien der Protokolle herauszugeben. Da muss man schon Glück haben und einen sehr freundlcihen Beamten erwischen. Das scheint auch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich zu sein."

Das ist ein generelles Handhabungsproblem bei der Polizei, das in diesem Fall nicht mal länderspezifisch ist. Im Allgemeinen rücken die Beamten die Kopien nur sehr ungern raus. Bedenkt man deren Alltagssituation, die meist mehr auf zu überführende Täter als auf Opfer ausgerichtet ist, mit Einschränkungen - verständlich. Den Tätern werden - angebliche Dienstvorschriften vorschiebend - die Protokolle grundsätzlich nicht ausgehändigt, in der Hoffnung, dass sie sich später in der Hauptverhandlung in Widersprüche verstricken.

Aber auch die Täter können die Aussage verweigern, einen Anwalt Akteneinsicht nehmen lassen und sich dann erst über Anwalt äußern. Was soll also dieses Versteckspiel?

Viel schlimmer können die Folgen für die Opfer sein, wenn ihnen von einem überheblichen Beamten die Aushändigung der Kopien ihrer eigenen Aussage verweigert wird, wie kürzlich einer Freundin von mir ganz in meiner Nähe widerfahren.

Sie lebt seit Jahren in einem zermürbenden Scheidungsverfahren, noch kein Stalking an sich aber Rosenkrieg mit der gesamten Klaviatur. Sie hat bei der Dorfpolizei Anzeige wegen Sachbeschädigung gegen UNBEKANNT mit Verdacht auf ihren Ex erstattet, da er dort gesehen wurde. Eine Aushändigung der Kopie ihrer Aussage wurde ihr verweigert mit der Begründung, dass "die Polizei" dies grundsätzlich nicht dürfe. Mein POK 20 km entfernt "darf" das aber schon die ganze Zeit.
Da sieht man mal wieder, wie der Bürger (sorry->) 'verarscht' wird.

Die Geschädigte, von mir gut instruiert, hat zwar alles vorgebracht, was es an Argumenten gab, aber 1. ist sie Slavin (die sehr gut deutsch spricht, wenn auch mit Akzent) und 2. ist ihr NOCH ein Saufkumpel des Reviervorstehers.
Die Anzeige ging an die zuständige StA und das Verfahren wurde, weil der Täter nicht ermittelt werden konnte, eingestellt.

Jetzt kommt aber der Hammer: Vorm AG wegen des Scheidungs-, Sorgerechts- und Unterhaltverfahrens behauptet der NOCH über seine Anwältin, seine NOCH hätte IHN fälschlicherweise wegen versuchten Mordes angezeigt und hätte somit ihre Unterhaltsansprüche verwirkt. Dabei gibt sie als Zeugen den Saufkumpel Reviervorsteher an, der die Aussage noch nicht einmal aufgenommen hat!! Ferner behauptet sie, die Geschädigte sei vollkommen alkoholisiert auf der Station erschienen. Und dann hat kein Beamter sie an der Weiterfahrt gehindert, sie pusten lassen und ihr den Führerschein abgenommen??

Die Geschädigte konnte wegen mangelnder Kopie ihrer Aussage nicht das Gegenteil beweisen! Mein Anwalt (zu dem die Geschädigte auch schon vor etlicher Zeit gewechselt ist), hat schon vor Monaten Akteneinsicht beantragt, es kommt aber nichts. Und nun?

In einer vorangegangenen Gerichtsverhandlung hat sich die Richterin dermaßen parteigebunden und rassistisch verhalten, sich nur zu Seiten des ES und Anwältin gewandt, dass niemand sonstiges im Raum mehr irgendetwas akustisch verstand, und hat dem ES all die Ausführungen geglaubt und ist die Geschädigte wie auch ihren Anwalt angegangen!!

Jetzt war eine erneute Verhandlung, die mein (ihr) Anwalt in den ersten Minuten platzen ließ, indem er einen Befangenheitsantrag einreichte.

Erstmal Zeit gewonnen, aber es wird hart bleiben.

Und das ohne Protokoll!
Auch bei mir hat dieser Anwalt schon vor Monaten Akteneinsicht gefordert und es kommt einfach nichts. Bevor niemand droht, den StA oder Richter zu erschießen, wird sich bei unserer überlasteten Justiz wohl nichts daran ändern.

Was heißt das jetzt für euch?
Die Einstellung der Beamten, Kopien von z.B. Protokollen herauszurücken ist sehr unterschiedlich. Grundsätzlich verboten ist es keinem Beamten, genauso wenig wie er dazu verpflichtet ist.

In der Praxis hängt ganz sicherlich viel vom Auftreten der geschädigten Person ab. Bleibt sachlich, explodiert nicht wie ein Vulkan, wenn ihr eure Geschichte 'rauslasst und weißt den aufnehmenden Beamten auf die Gefahren hin, die euch aus o.g. Erfahrungen blühen, wenn ihr keine Kopie eurer Aussage bekommt. In den meisten Fällen müsste sich da was machen lassen.

Viel Glück wünscht euch
das Archiduct
  #5  
Alt 02.09.2004, 07:11
julehome
 
Beiträge: n/a
Kopien der Aussage

Hallo Archiduct,

Du scheinst einen Beamten bei der Polizei zu haben, der viel macht. Auch ich habe versucht, Kopien meiner Aussage zu erhalten. Als Antwort erhielt ich, dass ihm dieses nicht erlaubt sei. Auch auf mein bitten und betteln, dass ich wenigstens etwas in der Hand haben möchte, ließ ihn nicht erweichen. Im Gegenteil, ich bekam als Antwort: " WEGEN IHNEN MACHE ICH MICH NICHT STRAFBAR UND RISKIERE MEINEN JOB. "

Gruß

Jule

EDIT vom 16.02.05:
Leider fehlt uns noch immer die Antwort, wo das so gelaufen sein soll.
Admin
  #6  
Alt 02.09.2004, 12:26
Eulchen
 
Beiträge: n/a
Hallo Julehome!
Manchmal hat man etwas mehr Glück! Es kommt immer ganz auf den Menschen an, der dort vor einem sitzt!
Könnten dir denn die Protokolle helfen?
Ist es denn zu gewaltätigen Übergriffen auf deine Person gekommen?
Ich würde nicht so schnell aufgeben und versuchen, doch noch eine Kopie zu bekommen. Und wenn ich sie ihnen bezahlen würde! Muss ja nichts umsonst sein, oder?
Machnmal glaube ich, die Gerichte sind so überlastet, dass sie bei der Anfrage zur Akteneinsicht, erstmal schnell alles erneut hervorkramen, um überhaupt einen Gesamtüberblick zu bekommen.
Julehome, versuche das weiter, oder bist du schon hoffnungslos resigniert?
  #7  
Alt 02.09.2004, 14:45
talis
 
Beiträge: n/a
Hallo Jule,

wo in welchem Bundesland ist dir DAS denn passiert? Weswegen hast du dein ES denn angezeigt? Was ist denn genau passiert?
Also ich habe heute nochmal mit einem befreundeten Polizisten telefoniert, der grundsätzlich den Geschädigten die Protokolle aushändigt und sogar noch eigenhändig unterschreibt. Er bestätigte mir auch, dass es definitiv keinerlei Dienstvorschrift gibt, die den Beamten dies verbieten würde, geschweige denn, dass sie sich damit strafbar machen würden.
Jule lass da nicht locker. Wenn du magst, schreib mir mal eine Mail, in welcher Ecke du wohnst, vielleicht fällt mir ja dazu was ein.

LG
  #8  
Alt 02.09.2004, 15:53
Benutzerbild von Admin
Admin Admin ist offline
Administrator
 
Registriert seit: Sep 2002
Beiträge: 1.523
Wie wäre es, wenn der Polizist mit dem Paragraphen herausrückt, der ihm das verbietet? Und wenn er sich davor auch so unverschämt drückt, mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde?
  #9  
Alt 03.09.2004, 09:14
Mani
 
Beiträge: n/a
Hallo,
na, das ist ja gut zu wissen.
Wir haben ja die dollsten Sachen erlebt, fängt an
mit Jugendschutz, Kripo u. Staatsanwalt! Ausgesagt
wird bei uns nur noch mit Tonband!!!!!!!
Gruß Mani
  #10  
Alt 17.09.2004, 14:41
Archiduct
 
Beiträge: n/a
Hier ist es eindeutig geklärt

@talis: Du hast Recht, kein Beamter macht sich strafbar, wenn er eine Protokollierung herausgibt. Ein befreundeter Ordnungshüter ist jetzt der Sache mal rechtlich auf den Grund gegangen und schrieb mir Folgendes:

„Aushändigung einer Protokollabschrift an eine vernomme Person“
  1. Die Quelle zur Beurteilung ist einzig in der Strafprozessordnung (StPO) zu finden. Sie ist eventuellen polizeilichen Dienstanordnungen als höherrangig anzusehnen.

  2. Grundsatz: Das Gesetz, §163a StPO, gewährt nicht ausdrücklich Anspruch hierauf. (Geschädigte in einem Strafverfahren in der Strafprozessordnung sind als Zeugen anzusehen)

  3. Die h. M., hier zitiert vom Leitenden Oberstaatsanwalt Karl-Bruno Kaefer von der StA Köln, in der Fachzeitschrift Kriminalistik (1995, Seite 519):
    „…dadurch würde der Beweiswert der Zeugenaussage gemindert und der Untersuchungszweck gefährdet. Um dies zu verhindern, sollte in der Regel davon abgesehen werden, den Zeugen eine Vernehmungsniederschrift zu überlassen. In der Literatur wird außerdem die Ansicht vertreten, dass alleine die Staatsanwaltschaft die Aushändigung einer Protokollabschrift an den Zeugen zulassen darf (siehe Müller, Karlsruher Kommentare, 2. Aufl., Anm. 36 zu § 163a StPO). Demnach ist den Zeugen, auch wenn dies verlangt wird, keine Durchschrift des Vernehmungsprotokolls auszuhändigen.“

  4. In der 5. Auflage 2003, Beck, München, der Karlsruher Kommentare zur StPO von Prof. Dr. Gerd Pfeiffer, Präsident des BGH a.D., ist unter RdNr. 36 zu § 163a StPO folgendes zu entnehmen:
    Die Aushändigung einer Protokollabschrift an die vernommene Person ist im Gesetz nicht geregelt. Falls der Beschuldigte nur Angaben machen will, wenn ihm eine Abschrift des Vernehmungsprotokoll überlassen wird, oder wenn er eine solche für seine eigene Verteidigung erbittet, kann sie ihm auf eigene Kosten ausgehändigt werden, wenn der Untersuchungszweck dadurch nicht beeinträchtigt und auch sonstige wichtige öffentliche Interessen (z.B. der Verschlusssachenschutz, wenn der Beschuldigte in der Vernehmung zu geheimhaltungsbedürftigen Vorgängen, u.U. auf ebenfalls schriftlich fixierte Fragen und Vorhalte, Stellung genommen hat) nicht beeinträchtigt werden. Einem Zeugen wird idR keine Abschrift seiner Vernehmungsniederschrift zu überlassen sein, weil sonst die Gefahr besteht, dass er bei späteren Vernehmungen nur den vorher auswendig gelernten Inhalt der früheren Niederschrift, nicht aber das Ergebnis seiner jeweiligen Erinnerung zur Zeit der erneuten Vernehmung wiedergibt (Meyer-Goßner RdNr. 32). Allerdings wird man dem Zeugen nicht verwehren können, während der Vernehmung seine eigenen Worte mitzuschreiben. Wird während des Ermittlungsverfahren die Abschrift einer polizeilichen oder richterlichen Vernehmungsniederschrift verlangt, hat allein die StA hierüber zu entscheiden (Meyer-Goßner RdNr. 32).“

  5. In der 47. Auflage 2004, München, Beck’sche Kurz Kommentierungen von Lutz Meyer-Goßner zu § 163a StPO RdNr. 32 ist folgendes zu entnehmen:
    „ … dies gilt nicht bei Zeugen, weil es bei ihnen auf die Fixierung ihrer jeweiligen Erinnerung ankommt. Bei polizeilicher Vernehmung ist im Zweifel die Entscheidung der StA herbeizuführen (RdNr. 3 zu § 163 StPO).“

Fazit:
Auffallend ist, dass die Karlsruher Kommentierungen auf Meyer-Goßner hinweisen. Diese Kommentierung ist im Prinzip das Standardwerk der StA und der Polizei. Da es im Gesetz nicht ausdrücklich verboten ist, würde im Prinzip lediglich eine Auffassung in der Literatur nicht Folge geleistet, die jedoch nicht strafbar ist und somit keine rechtliche Konsequenzen für die Herausgeber einer Protokollierung bedeutet. Auch sind keine verfahrensbedeutenden Formvorschriften tangiert worden, die ggf. zu einer Nichtverwertung der Aussage führen würden. Somit besteht einzig die Gefahr, da es im Prozess auf die Fixierung der jeweiligen Erinnerung des Zeugen ankommt, dass hier die Verteidigung Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zeugen vorbringen und versuchen wird, den Zeugen unglaubwürdig erscheinen zu lassen. Da die Staatsanwaltschaft Herrin des Verfahrens ist, empfiehlt es sich, insbesondere in den Fällen von Stalking generell eine Entscheidung herbeizuführen. Die Strafprozessordnung gibt sogar vor, sich in einzelnen Fällen zu einem gemeinsamen Vorgehen (StA / Polizei) abzusprechen. Nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Dr. XY von der StA YZ steht einer Herausgabe in bedeutenden Fällen nichts entgegen. Die komplexen Zusammenhänge zum Phänomen Stalking fallen insbesondere hierunter.
Eine Dokumentierung der Herausgabe der Protokollierung kann am Ende der Vernehmung vermerkt werden.
  #11  
Alt 17.09.2004, 15:02
Dominique
 
Beiträge: n/a
Herausgabe oder nicht

Hallo,

Mal gut das alles zu lesen.

Aber mir fällt da sofort eine Sache auf. Das durch das bekommen der Durchschrift die Aussage nachher vor Gericht angezweifelt werden kann. Ich glaube es ist schon besser wenn man keine Durchschrift bekommt, da es so verdammt wichtigt ist geglaubt zu werden und keine Zweifel hervor bringt bei der Staatsanwaltschaft. Ok jederman kann mal Probleme mit dem Gedächtnis oder der Formulierung haben, aber ist es nicht so das wenn man immer die Wahrheit spricht, man auch nicht so schnell ins schleudern kommt?

Und so denken die beim Gericht nicht so schnell das man seine Aussage auswendig gelernt hat.

Es könnte dann ja seine Aussagen auch aushändigen lassen ud alles auswendig lernen... jetzt kommt er schon mal ins Schleudern, weil alles ja eine große Lüge ist.

Also ich würde verzichten.

Anmerkung Admin: Benutzer Dominique wurde am 16.02.07 wegen ungültig gewordener Emailadresse gelöscht.
  #12  
Alt 17.09.2004, 15:10
Archiduct
 
Beiträge: n/a
Dominique, das würde ich nicht so auslegen, ein Richter merkt auch, ob eine Zeugenaussage bei Gericht schlüssig und mit eigenen Worten vorgetragen ist oder ob jemand einen auswendig gelernten Text runterspult. Mir ist es jedoch wichtiger, dass ich beweisen kann, wenn jemand meine Aussage in den Akten verändert hat und mich der Falschaussage bezichtigt, dass dem nicht so ist.
  #13  
Alt 21.09.2004, 19:08
silly
 
Beiträge: n/a
Erfahrungen

Hallo Dominique,
ich finde Archiduct hat recht. Ich war war schon öfters mal bei Gerichtsverhandlungen dabei. Richter/-innen sind neutral. Sie merken ganz schnell, ob da was runtergespult wurde oder nicht. Des Weiteren können durch ganz einfache sogenannte Querfragen oder Verständnisfragen die Zeugen auf ihre Wahrheit hin überprüft werden. Das werden natürlich auch die Verteidiger so machen, wenn es zu sehr nach einem Auswendiglernen klingen sollte. Aus Deiner Frage entnehme ich, dass Du noch nie vor Gericht warst.
Zunächst werden doch nur die juristisch wichtigen Eckpunkte abgefragt. Du bist in dem Fall doch so involviert, dass Du dich daran schon erinnern wirst. Mit Deinen Worten wirst Du zunächst die Geschehnisse wiedergeben.
>>Aber mir fällt da sofort eine Sache auf. Das durch das bekommen der Durchschrift die Aussage nachher vor Gericht angezweifelt werden kann.

Ja, KANN, ...d.h. nicht gleich müssen. Die Verteidiger müssen nämlich auch die Spielregeln der StPO einhalten, dürfen Dir also keine Fangfragen oder gar erniedrigende Fragen stellen. Sollten Dich die Fragen irritieren, wird Deine VerteidigerInn schon intervenieren oder aber Du fragst den Richter oder die Richterin, ob Du diese Frage beantworten musst. Mit anderen Worten, sie müssen erst einmal einen richtigen Aufhänger finden.

Das was Archiduct einstellte sind doch Kommentierungen, die allgemein zum Thema der Aussagen und die Herausgabe der Vernehmungen gesehen werden müssen, also für eine Vielzahl von Straftaten eine Aussagekraft haben sollen. Das erstreckt sich von Wirtschaftsstrafsachen über Betrug, Tötungsdelikte bis hin zur Vergewaltigung, Körperverletzung, Beleidigung und Hausfriedensbruch.

Die Mutter meiner Freundin ist Rechtsanwältin. Sie sagt immer: gut vorbereitet, sicheres Auftreten und wissen wovon man spricht ... und Dir passiert nichts. Schließlich bist Du hier das Opfer. Verteidiger und StA wissen was angeklagt wird. Sie wollen ein Urteil. Auch das Gericht weiß das, denn sonst hätte es die Erhebung der öffentlichen Klage gar nicht zugelassen. Die StPO lässt dies schließlich nur zu, wenn auch tatsächlich Anhaltspunkte für eine Verurteilung vorliegen.

Wenn es also um eine richtig lange Aussage bei der Polizei geht, würde ich an Deiner Stelle nicht verzichten. Archiduct ist ja schon mal Baden gegangen. Das kann ich nicht verstehen,denn eine nachträgliche Veränderung stellt eine Urkundenverfälschung dar ...und derjenige (Polizist) macht sich strafbar. Deshalb kann ich Archiduct verstehen, das es jetzt immer auf Nummer sicher geht. Wenn ich mal, hoffentlich nicht mehr, wieder in solch einer Situation sein sollte, würde ich nicht darauf verzichten und solche Fragen stellen wie es Admin schrieb.

Übrigens erhält dein Anwalt auf Antrag Akteneinsicht. Spätestens dann kannst Du Deine Aussage wieder sehen und schauen, ob etwas geändert wurde oder nicht. Ich habe auch noch nie gehört, dass ein Kopierer Spuren hinterlässt, wenn Du dann Deine Aussage kopierst ;-)
  #14  
Alt 22.09.2004, 09:21
Mani
 
Beiträge: n/a
Hallo Silly,
Die Mutter meiner Freundin ist Rechtsanwältin. Sie sagt immer: gut vorbereitet, sicheres Auftreten und wissen wovon man spricht ... und Dir passiert nichts. Schließlich bist Du hier das Opfer. Verteidiger und StA wissen was angeklagt wird. Sie wollen ein Urteil. Auch das Gericht weiß das, denn sonst hätte es die Erhebung der öffentlichen Klage gar nicht zugelassen. Die StPO lässt dies schließlich nur zu, wenn auch tatsächlich Anhaltspunkte für eine Verurteilung vorliegen.

Deine RAIn hat Recht!! Aber diese tatsächlichen Anhaltspunkte stehen
nur in der Akte (mit Beweisen). Und wie wir alle wissen, dürfen die RA
diese Akten nicht kopieren o. weitergeben nämlich nur vorlesen!!!!
Nur wer diese Akte kopiert bekommt, kann agieren u. gewinnen!!!!!
Spreche hier aus eigenen Erfahrungen!!!!
LG Mani
 


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