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  #1  
Alt 23.05.2004, 20:10
Towanda
 
Beiträge: n/a
Danke, Archiduct!

Das ist die übersichtliche Zusammenfassung, die hier fehlte!
  #2  
Alt 09.07.2004, 07:32
christiane45
 
Beiträge: n/a
Ev

Unser Stalker hat sich 2 Tage an die EV gehalten. Seit gestern nacht ruft er wieder an. Es waren nur 3 Anrufe aber es geht auf´s Wochenende. Da war er bisher sehr aktiv. Bis zu 200 Anrufe. Wie muß ich mich verhalten? Muß ich alle Anrufe für das Gericht dokumentieren oder kann ich auch den Stecker ziehen? Ich bin zwischenzeitlich ziemlich mit den Nerven runter.
  #3  
Alt 09.07.2004, 10:04
Archiduct
 
Beiträge: n/a
Hallo Christiane,

ein "Muss" gibt es generell bei keinem Anti-Stalking-Verhalten, denn jeder Stalker ist anders und jedes Opfer reagiert auf die Belästigungen/Bedrohungen unterschiedlich und ist psychisch in der Lage, sich bei der ein oder anderen Situation konsequent zu verhalten.

Sicherlich könnt ihr einfach den Telefonstecker ziehen um somit kurzfristig Ruhe zu haben, aber was bringt euch das? Er wird nicht aufhören. Also würde ich die Chance nutzen, so früh wie möglich eure EV für euch arbeiten zu lassen, damit eurem Stalker möglichst bald die Grenzen aufgezeigt werden.
Bei Gericht müsst ihr die Verstöße gegen die EV beweisen, es reicht jetzt nicht mehr wie bei einer eidesstattlichen Versicherung zum Antrag auf die EV, die Belästigungen nur glaubhaft zu machen.

Wenn am Wochenende 200 oder 400 Anrufe zu erwarten sind, würde ich heute noch eine Fangschaltung beantragen (die kann sofort eingerichtet werden). Das ist zwar nervig, weil ihr immer den Hörer abnehmen und dann den Fang auslösen müsst, aber diese Liste von Fangschaltungsergebnissen überzeugt jeden Richter. Außerdem müsst ihr dann nicht mit einer Liste im Bett sitzen und jede Uhrzeit notieren, sondern es reicht auszusagen, dass er in der und der Nacht 189 mal angerufen hat - den Beweis liefert der Telefonanbieter.

Christiane, ich drück euch die Daumen und haltet die Ohren steif.

Das Archiduct
  #4  
Alt 23.08.2004, 22:45
Archiduct
 
Beiträge: n/a
Nach Rücksprache und intensiver Diskussion im Bundesjustizministerium haben sich andere und neue juristische Betrachtungsweisen herauskristallisiert, die jetzt im Beitrag # 2 berücksichtigt sind.
  #5  
Alt 07.10.2004, 18:51
Towanda
 
Beiträge: n/a
Einstweilige Verfügung: (m)eine Bilanz

Ich möchte hier niemanden entmutigen, aber es sollte allen Betroffenen klar sein, dass die Beantragung einer Einstweiligen Verfügung langwierig, kompliziert und unter Umständen auch wenig erfolgversprechend sein kann.
Folgendes habe ich erlebt:
Das Stalking begann im Frühjahr 2002 (Telefonterror, Nachstellungen, Hauswände beschmiert, Freunde und Verwandte belästigt) und dauerte mehrere Wochen. Ich zog in eine 100 km entfernte Stadt, konnte meine Adresse geheimhalten. Im August 2003 bekam ES sie heraus, ein erster Brief kam. Dann ab Dezember 2003 erneut Nachstellungen, beschmierte Hauswände, nächtliches Klingeln Rufen und Nachrichten hinterlassen, Klingelschild wird x-mal beschädigt. Zwei Briefe meiner Rechtsanwältin bleiben erfolglos. Im April 2004 Antrag auf EV. Eine Verhandlung wird anberaumt, ES erscheint nicht, die EV wird erlassen. ES sucht sich ein WG-Zimmer in unmittelbarer Nähe (40 Meter) von mir. Im Juli 2004 der erste beweisbare Verstoß gegen die EV (Polizei), ES behauptet, trotz "persönlicher Zustellung" die EV nicht zu kennen. Es stellt sich heraus, dass ES zwei Mal umgezogen ist und sämtliche Post an das Gericht zurückgegangen ist. Damit kann bis zum Zeitpunkt der tatsächlichen Kenntnisnahme der EV durch ES kein Verstoß angezeigt werden, und die Einspruchsfrist verlängert sich. ES legt Einspruch gegen die EV ein, es kommt zur Verhandlung. Währenddessen
weiteres Stalking. Mehrere ZeugInnen sind aus unterschiedlichen Gründen nicht bereit, gegen ES auszusagen. Nachweisbar sind damit "nur" die Beschmierungen der Häuserwände und zwei Vorfälle, bei denen die Polizei ihn stellen konnte. Richterin besteht auf Vergleich, der in der Verhandlung nicht zustande kommt. Richterin sieht sich nicht in der Lage, zu entscheiden, drängt erneut auf Vergleich. Diesem Vergleich, der ES und mir unter Androhung einer Geldbuße auferlegt, 35 Meter Abstand einzuhalten, bei Begegnungen sich 18 Meter zu entfernen, keinen Kontakt aufzunehmen usw., musste ich heute zustimmen. Hätte ich dies nicht getan, hätte ich die Klage verloren und zudem sämtliche Gerichtskosten zahlen müssen. Der Vergleich bedeutet für mich, dass ich auf dem Weg zu Bushaltstelle, Post, Sparkasse und Laden Umwege in Kauf nehmen muss. Zudem muss ich mit Klagen wegen Verstoßes gegen den Vergleich rechnen, falls ES mir auflauert und ich mich nicht entferne (weil ich vielleicht gerade auf dem Weg zur Arbeit bin und nicht ausweichen kann).
Das Gewaltschutzgesetz hält damit in meinem Fall, was sein Name verspricht: Es schützt die Gewalt(täter) vor den Opfern. Andererseits wären wir mit einem Stalking-Paragraphen nicht wirklich besser dran, solange Polizei und Justiz sogenannte Beziehungstaten zur Privatsache erklären.
Bitte schildere hier doch mal jemand ein positiveres Beispiel, um den Frust zu mildern!
bittet -
  #6  
Alt 07.10.2004, 19:23
Benutzerbild von Admin
Admin Admin ist offline
Administrator
 
Registriert seit: Sep 2002
Beiträge: 1.523
Zitat:
Richterin sieht sich nicht in der Lage
sagt ja schon alles
  #7  
Alt 07.10.2004, 19:29
Archiduct
 
Beiträge: n/a
Mensch Adminchen, postest du jetzt immer zwei Minuten vor mir, wenn der Text schon fertig ist? Jetzt ändere ich meinen nicht mehr. ;-)

Liebe Towanda,

ich bin sprachlos bzgl. dieser richterlichen Inkompetenz.
Zitat:
Richterin sieht sich nicht in der Lage, zu entscheiden, ...
Das trifft wohl den Nagel auf den Kopf. Kann die nicht BEWEISE und NICHTBEWEISE unterscheiden? Was ist denn die Begründung dafür, dass DU diese Abstände zum ES einzuhalten und somit solche Einschränkungen hinzunehmen hast? Und was ist, wenn ES dich verfolgt und dabei fotografiert und dann behauptet, DU hättest das ES belauert und dich dann nicht vom Acker gemacht? Sollst du dir jetzt ständigen Geleitschutz als Zeugen zulegen, die dann wieder nicht bereit sind auzusagen? 18 Meter ist ja auch in der Praxis eine sehr gut umzusetzende Entfernung Du sagst, es waren 16 Meter, das ES behauptet, es waren 20. Unglaublich!
Towanda, es gibt solche elektronischen Entfernungsmessgeräte, solltest du dir jetzt soetwas zulegen?

Liebste Towanda, du tust mir wirklich Leid und ich drück dir die Daumen, dass das ES nicht wieder aufdreht.

LG
das Archi
  #8  
Alt 07.10.2004, 19:55
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Admin Admin ist offline
Administrator
 
Registriert seit: Sep 2002
Beiträge: 1.523
Was passiert eigentlich, wenn du umziehst und er zieht wieder hinterher?
  #9  
Alt 07.10.2004, 23:57
Towanda
 
Beiträge: n/a
Hi Admin, hi Archiduct,

Wenn ich wegziehe und er hinterher, geht das Ganze von vorne los: Beweise sammeln, Zeugen beknien, eine EV beantragen, die er nicht bekommt, weil er sich wieder drei Mal ummeldet (komisch, dass die Briefe zum Teil geöffnet ans Gericht zurückgehen...).
Der Vergleich ist schon skurril: was, wenn ES und ich morgens zur gleichen Zeit an der Haltestelle stehen? Oder ich (natürlich unwissentlich) einen Bus betrete, in dem ES sitzt? Schaffe ich mir jetzt ein Echolot an? Ob die Richterin auch versprechen würde, das nächste Mal den Fuß wegzuziehen, wenn ihr jemand schon fünf Mal auf den Fuß getreten hat?!
Das (nicht ausgesprochene) Argument für dieses salomonische (oder heißt es sardonische?) Urteil lautet wohl, dass ES und ich aus Beziehungsstreitigkeiten hervorgegangene Konflikte nicht vernünftig austragen können und deshalb getrennt gehören.
Keine Ahnung, ob ich lachen oder heulen soll -
  #10  
Alt 08.10.2004, 00:31
Archiduct
 
Beiträge: n/a
Zitat:
..., dass ES und ich aus Beziehungsstreitigkeiten hervorgegangene Konflikte nicht vernünftig austragen können und deshalb getrennt gehören.
Ach, bis hierhin reicht also noch die Einsichtsfähigkeit der Richterin, aber zu begreifen, dass DU alles für diese Trennung vergeblich auf dich genommen hast, während ES dir hinterherzieht, ist der Richterin wohl zu hoch!
Ja ja, und deswegen muss nun das ES vor dir geschützt werden.

Fassungslos!
  #11  
Alt 08.10.2004, 02:30
Archiduct
 
Beiträge: n/a
Hi Towanda,

Zitat:
Bitte schildere hier doch mal jemand ein positiveres Beispiel, um den Frust zu mildern!
Joh, kann ich mit dienen, aber zuvor habe ich einen ähnlichen Reinfall wie du erlebt, der zeigt, dass es immer auf den "unabhängigen" Richter, die mehr oder weniger vorhandene Fachkompetenz, die Einsichtsfähigkeit, die objektive Lagebeurteilung, die Empathie und den Willen zur Entscheidung ankommt.
Recht haben und Recht bekommen, sind nunmal immer zwei verschiedene paar Schuhe.

Meinen ersten Antrag auf EV habe ich sechs Wochen nach Inkrafttreten des GewSchG' im Februar 2002 gestellt, nachdem mein ES ein Dreivierteljahr zuvor nach EC-Karten-Unterschlagung und Plünderung meines Kontos in Haft ging. Während dieser Zeit erreichten mich trotz nachgewiesener schriftlicher Aufforderung, jegliche Kontaktaufnahme zu mir zu unterlassen, unendlich viele Briefe mit angeblichen Liebesbekundungen, Beleidigungen, Verleumdungen, Bedrohungen, Selbstmordankündigungen bis hin zur ersten Morddrohung im Februar 2002. Vom Salair des Tütenklebens konnte der Täter allerdings nicht 50, sondern vielleicht nur 5 Briefe pro Monat schreiben.

Der EV-Antrag wurde mit der Begründung zurückgewiesen, dass dies alles nicht ausreichend sei und man bei der Morddrohung nicht wisse, ob er diese tatsächlich selbst verfasst hätte. Schließlich warne er mich ja vorher noch.

Die Briefflut setze sich weiter fort bis zur Einrichtung meines Postfaches im September 2002. Im Februar 2003 wurde das ES aus der Haft entlassen und der Terror überzog mich Tag und Nacht mit Anrufen, Massen von E-Mails, Briefen und Faxen. Erpressungsversuche, die mich zu Treffen mit vermeintlichen Dritten nötigen sollten, Anschuldigungen, Verleumdungen und Morddrohungen waren an der Tagesordnung. Ich erstattete Strafanzeige und beantragte kurze Zeit später erneut eine EV nach ganz oben benanntem Strickmuster. Diese bekam ich innerhalb kürzester Zeit, wogegen das ES sofort nach Erhalt Widerspruch einlegte. Gegen die EV verstieß er nicht nur am selben Tag, sondern daraufhin fortwährend.

Zur Begründung des Widerspruchs hat mein ES ein ellenlanges Schreiben mit unzähligen Erfindungen und Verleumdungen gegen mich ans Amtsgericht in Form einer eidesstattlichen Versicherung geschickt, u.a. mit dem Märchen, ich hätte alles nur erfunden, sei im Oberstübchen nicht mehr ganz dicht und hätte deswegen schon im LKH gesessen.
Einen tatsächlichen Hinderungsgrund für den Fortbestand der EV hat er jedoch nicht genannt.
In der Hauptverhandlung bzgl. der EV konnte das ES einen solchen auch nicht vorbringen, erfand nur angebliche Freunde in meiner unmittelbaren Nähe, die er dann alle nicht mehr besuchen könne - und das, obwohl er in einer Stadt eine Dreiviertelstunde entfernt wohnt!
Die Richterin wollte anfänglich auch auf einen Vergleich hinaus, nur haben mein Anwalt und ich dabei nicht mitgespielt. Sie fragte weiter nach und bekam noch mehr Bestreitungen nachgewiesener Tathandlungen meines ES zu hören. Am Ende sagte sie: "Herr xyz, Ihnen ist nicht mehr zu helfen."

Eine Woche später sprach sie im Mai 2003 das Urteil, in dem sie die EV zu 100 % bestätigte und ausdrücklich von einer Befristung absah.

Auch dagegen hat der Täter permanent verstoßen, was ihm im Januar 2004 eine Haftstafe von 1 Jahr und 9 Monaten auf Bewährung einbrachte. 10 Tage nach diesem Urteil ging der nächtliche Terror weiter. Die sofort eingeleiteten Ermittlungen führten zum überwiegenden Versiegen seiner Handlungen. Es erfolgen bis heute nur noch leichte Zuckungen des ES, die sofortige Strafanzeigen nach sich ziehen. Auf Grund weiterer abgeurteilter Delikte und der zu erwartenden Gesamtstrafenbildung wird das ES für längere Zeit wieder in den Knast einziehen.

Beharrlichkeit setzt sich durch, nicht nur beim Täter, sondern auch beim Opfer, wenn es den einmal eingeschlagenen Weg bis zu Ende verfolgt. Natürlich nur, wenn StA und Justiz mitspielen, ansonsten weiß ich außer Dienstaufsichtsbeschwerden auch nicht mehr weiter.

Ich wünsche allen bei ihren Unternehmungen weiterhin viel Erfolg!

LG
Das Archiduct.
  #12  
Alt 08.10.2004, 19:18
Towanda
 
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Danke, Archi!!!
  #13  
Alt 09.10.2004, 12:00
Eulchen
 
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Hallo Towanda!
Ich habe das mal gehört, dass es die Möglichkeit der Richterrüge gibt, aber ob das viel Erfolg hat, dass weiß ich leider nicht!
Versuche mal herauszufinden, ob du da vielleicht doch Chanchen mit hättest!
  #14  
Alt 16.11.2004, 14:47
DarkGhost
 
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habe mal eine frage

hallo habe mal eine frage eine beaknnte von mir ist 15 jahre und wird von ihrem ex freund massiv bedroht sogar mit waffen der vater war bei gericht um eine einsweillige verfügung zu beantragen der richter sagte das es nicht geht da er erst 16 jahre sei er sucht sie auf der schule auf bedroht sie vor und nach der schule obwohl er hausverbot hat sie hat angst zu schule zu gehn sie war jetzt eine zeit nicht in der schule man drohte den eltern mit einer geldstrafe wenn die tochter net zu schule gehn würde keiner macht was weder lehrer noch die polizei noch das gericht dem jugendamt ist bekannt was er für einer ist dennoch ruft der betreuer von ihm an bei der tochter und fragt ob sie mit ihm reden will sie sagte mehr als einmal nein und sie machen weiter was kann man machen das er sie endlich in ruhe lässt? würde mich freuen wenn ihr mir helfen könnt die eltern so wie sie sind nervlich fertig und haben angst das er ihr was tut mit dem messer und so

mit freundlichen grüßen claude
  #15  
Alt 17.11.2004, 01:06
Archiduct
 
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Hallo Claude,

ja, das ist leider das Problem, dass man Jugendlichen keine einstweilige Verfügung aussprechen kann. Da bleiben juristisch nur Straftatbestände wie Nötigung oder Bedrohung, wenn überhaupt, die leider nicht das gesamte Ausmaß der Verfolgung darlegen. Und selbst wenn so etwas zur Anklage käme, haben bislang nicht vorbestrafte Jugendliche kaum etwas zu befürchten außer Verwarnungen oder höchstens mal einen kurzen Arrest.

Wo besteht denn das Hausverbot? Auf dem Grundstück der Eltern oder auch auf dem Schulgelände? Das Mädchen soll Beweise sammeln und das Schulgelände nur noch mit Zeugen betreten. Was sagt der Vertrauenslehrer dazu? Hat die Familie einen Anwalt? Wenn ja, was unternimmt er? Der soll mal beim Schulleiter, ggf. bei der Schulaufsichtsbehörde, den Eltern des Jungen und beim Jugendamt richtig Druck machen.

LG
das Archiduct
 


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